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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 99. Band, (Jahrgang 1881)

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Höfler.

Stefan,  Michael,  mit  der  Würde  eines  Protospatharios  zu  bekleiden ­
  und  ihn  dadurch  zum  Bundesgenossen  zu  machen. 1
Mit  diesem  Fürsten  Michael  tritt  Serbien  in  die  abendländische ­
  Geschichte  ein  und  beginnt  die  lange  Reihe  von
Versuchen,  die  Serben  für  die  Cultur  des  Abendlandes  zu  gewinnen, ­
  die  lange  Reihe  von  Täuschungen  und  Tergiversationen
von  Seite  der  Serben.
Bereits  waren  die  Anfänge  eines  päpstlichen  Staatensystems
gemacht  worden.  Ungarn  hatte  durch  Papst  Sylvester  II.  eine
vom  deutschen  Reiche  unabhängige  Krone  erhalten  und,  obwohl
es  nach  König  Stefan  demselben  mehrmals  unterworfen  worden,
zuletzt  seine  Unabhängigkeit  doch  bewahrt.  Polen  hatte  unter
Boleslav  Chrobry  in  dieselben  Pfade  eingelenkt,  jedoch  sein
Königthum  nicht  zu  erhalten  vermocht.  Kroatien  hatte  sich
durch  feierlichen  Act  dem  römischen  Stuhle  eigen  gemacht,
sein  König  von  daher  Krone,  Scepter  und  die  Lehensfahne
erhalten,  das  Panier,  welches  der  erste  Normannenkönig  von
England  dem  Papste  Gregor  zurücksandte.  Anders  gestaltete
sich  die  Sache  mit  Michael,  der  in  Skutari  residirte  und  sich
an  Papst  Gregor  VII.  mit  der  Bitte  wandte,  ihm  eine  Fahne  zu
verleihen  und  dem  Erzbischöfe,  welchen  der  neue  König  der
Slaven  meinte,  wahrscheinlich  dem  Bischöfe  von  Ragusa,  wo
nicht  von  Antivari,  das  Pallium  zu  geben.  Michael  war  deshalb
mit  dem  Erzbischöfe  von  Spalato  in  Zerwürfnisse  gerathen;
der  Papst  hatte  einen  Legaten  zu  ihm  gesandt,  ihn  offenbar
als  König  der  Slaven  anerkannt,  da  er  ihn  so  in  einem  Briefe
vom  8.  Januar  1078  betitelt, 2  nachdem  derselbe  dem  römischen
Stuhle  seine  Ehrerbietung  bezeugt  hatte.  Das  Geschenk  des
Paniers  und  des  Palliums  aber  verspürte  der  Papst  bis  auf  Vernehmung ­
  seines  Legaten.  Michael  erscheint  auch  noch  später
(1081)  als  König  der  Slaven  auf  Seite  des  Normannenherzogs
Robert  Guiscard,  der  seine  Tochter  dem  Sohne  Michaels  zur
Gattin  gibt. 3  Die  den  Romäern  feindliche  Stellung  des  neuen
Königreiches  war  dadurch  entschieden.  Da  Serbien  durch  römische ­
  Glaubensboten  einst  bekehrt  worden  war,  im  alten

1  Itedrenos.
2  Jaffe,  Monum.  Gregoriana  II,  p.  307.
3  Lupus  protospatlia  ap.  Muratori  S.  E.  Ital.  V,  p.  45.
            
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