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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 99. Band, (Jahrgang 1881)

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II5  fl  er.

fassen  suchten,  Ungarn  mit  Romanien  eine  gemeinsame  Herrschaft ­
  zu  bilden  schien,  war  vollends  keine  Aussicht  auf
eine  nachhaltige  Erhebung  der  Serben  vorhanden.  Man  besitzt
auch  nur  zerstreute  Bruchstücke  vereinzelter  serbischer  Ereignisse, ­
  und  nur  darin  findet  eine  entfernte  Aehnlichkeit  mit
der  bulgarischen  Geschichte  statt,  dass  man  sich  in  Serbien
wie  in  Bulgarien  erinnert,  ein  Mittel,  die  Unabhängigkeit  nach
aussen  und  selbst  eine  grössere  Macht  zu  gewinnen,  liege  im
Anschlüsse  an  Rom.  Da  aber  die  Ausschliesslichkeit  der  Serben
womöglich  noch  grösser  war  als  die  der  Bulgaren,  die  Einwirkung ­
  von  Aussen  in  die  serbischen  Berge,  Schluchten  und
Thäler  noch  schärfer  abgewiesen  wurde  als  in  Bulgarien,  entwickelt ­
  sich  das  politische  Leben  langsamer  und  einförmiger,
reichen  ihre  Einrichtungen  nicht  über  den  engsten  Kreis  des
nationalen  Elementes  hinaus,  besteht  ihre  Einwirkung  auf  andere
Völker  nur  in  Krieg  und  Ueberfall,  nehmen  sie'an  der  grossen
Culturbewegung  der  europäischen  Völker  so  viel  wie  keinen
Einfluss,  bleibt  die  avite  Rohheit  durch  den  Lauf  der  Jahrhunderte ­
  und  erscheint  so  eine  Stagnation,  wo  bei  anderen
Völkern  das  reichste  Leben  die  mannigfaltigsten  Gestaltungen
erzeugt.  Rächt  sich  selbst  am  romäischen  Reiche,  das  durch
die  griechische  Sprache  Alterthum  und  neuere  Zeit,  durch  seinen
Zusammenhang  mit  Rom  den  alten  römischen  Staat  mit  dem
Mittelalter  verband,  das  ferner  durch  seine  zahlreichen  Städte,
durch  seinen  Antheil  am  Welthandel,  durch  die  unvergleichliche
Lage  seiner  Hauptstadt,  durch  alterthiimliche  Gesetze  und
Einrichtungen,  durch  seine  grossen  historischen  Traditionen  so
viele  Lebenselemente  in  sich  schloss,  sehr  bitter  die  Fernehaltung
von  den  Einrichtungen  des  Abendlandes,  in  geistlicher  wie  in
weltlicher  Beziehung:  Lehenwesen  und  Bürgerstand,  Reichstage
und  Ständewesen,  Mönchsorden  und  Papstthum,  Universitäten
und  Malerschulen,  wie  musste  erst  das  Fernehalten  von  dem,  was
das  europäische  Morgen-  und  Abendland  bewegte,  auf  dieHirtenund
  Räuberstämme  in  Dioclea  und  den  benachbarten  Gebieten
wirken,  wo  im  Schatten  hundertjähriger  Eichen  Schweinemast
wohl  gedieh,  aber  kein  höherer  Aufschwung  galt,  als  etwa
nach  einem  bluttriefenden  Dasein  die  Stille  eines  Klosters
an  den  Abhängen  des  Atlios  zu  suchen  und  mit  den  Tliaten
zu  brechen,  in  welchen  auf  dem  Höhepunkte  des  Lebens,  in
            
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