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Welten zu sprechen berechtigt ist. So weit sich die romanischen
Völker Raum schaffen, bilden sie Staaten und die Lehensverfassung
gewährt ihnen dazu überreiches Materiale, das Königthum
wird das Centrum des politischen Lehens; die lange
Dauer ein und derselben Dynastie, wie in Frankreich die capetingische
Dynastie, in England das (französische) Haus Plantagenet,
verbürgt die Fortdauer gleichmässiger Grundsätze, und
wo, wie in Castilien und Aragon, eine gleiche Fortdauer ein
und derselben Dynastie nicht stattfindet, ist es die Fortdauer
ein und derselben politischen Richtung — der Befreiungskrieg
Spaniens von der Herrschaft der aus Afrika eingedrungenen
Moslim-Araber und Berbern — welcher bei dem Wechsel der
Dynastien eine Einheit verleiht. Im deutschen Reiche ist es anders.
Hier tritt der Einheitsstaat nicht blos wegen des Wechsels der
Dynastien, der Sachsen, der Franken, der Schwaben und der
siegreichen Betonung des Wahlprincipes von Seiten der Fürsten
in den Hintergrund, sondern das Reich ist durch sein Kaiserthum
zu einem mehr internationalen als nationalen Charakter
gekommen; es ruht auf beiden Seiten der Alpen, es umfasst
Deutschland so gut wie Italien, welsche Länder ebenso wie
slavische Territorien, und der romanische Einheitsstaat weicht
hier successiver Zerbröckelung und der Auflösung in eine zuletzt
ganz klägliche Vielstaaterei. Die slavische Welt erhielt gleich
anfänglich mehrere Mittelpunkte: den romäischen im Osten,
den deutschen im Westen, den magyarischen in der Mitte,
den scandinavischen der Ross im Norden, den türkisch-bulgarischen
im Süden, später einen tatarischen, endlich einen
osmanischen, der wie die Mosesschlange alle andern zu vertilgen
sich bemüht. Alles ist hier eher vorhanden als Einheit,
und wollte man nationale Vielheit mit einem ethnographischen
Begriffe bezeichnen, so müsste man diese slavisch nennen.
Alle vereinigenden Elemente der europäischen Welt fehlen hier,
und was immer von dieser den Slaven geboten wird, zersetzt
sich unter ihren Händen zur Vielheit. Man kann die Selbsttäuschung
nicht weiter treiben, als wenn man ,slavisch' als einen
Collectivbegriff in dem Sinne gebraucht, in welchem man von
deutsch oder romanisch spricht.
Wendet man sich nun der slavisehen Geschichte zu, so
bemerkt man nicht blos, dass ihr die wichtigsten Lebensmomente