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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 99. Band, (Jahrgang 1881)

Abhandlungen  ans  dem  Gebiete  der  slavischen  Geschichte.  V.

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schisma,  das  seit  dem  Jahre  1197  eine  Art  von  bleibender
Reichsinstitution  wird;  daneben  der  Untergang-  der  Wendenreiche
in  dem  nunmehrigen  Niederdeutschland  und  als  Gegenstück  zu
der  im  Osten  mit  Riesenschritten  fortschreitenden  Germanisation
die  Macht  des  französischen  Königthums,  das  sehr  bald  mit
dem  deutschen  ICaiserthume  in  glückliche  Rivalität  tritt;  die
Aufrichtung  der  Komnenenherrschaft  im  Osten,  ja  theihveise
im  Westen,  wo  sie  Ungarn  und  Italien  zu  erlangen  strebt,  und
ebenso  ihr  tragischer  Untergang  durch  einen  der  Ihrigen,  Andronikos
  Komnenos,  und  das  Emporkommen  des  Hauses  Angelos,
das  durch  eigene  Zwietracht  die  Fremdherrschaft  in  Constantinopel
  einleitet;  in  Asien  die  Vereinigung  Syriens  mit  Aegypten
durch  Sultan  Saladin,  die  Wiedereroberung  von  Jerusalem  durch
die  Moslim  und  damit  der  Umsturz  des  Königreichs  Jerusalem
der  vergebliche  Versuch  der  occidentalen  Christen,  Edessa  und
Jerusalem  wieder  zu  gewinnen  und  damit  die  Behauptung  Asiens
und  Afrikas  als  moslemische  Herrschaften  sind  Ereignisse  von
der  höchsten  Wichtigkeit,  die  ihren  Schatten  weit  über  das
XII.  Jahrhundert  hinaus  werfen.
Zu  den  eigenthümlichen  Staatenbildungen  des  XII.  Jahrhunderts ­
  gehören  nun  neben  der  Wiederherstellung  des  böhmischen
Königthums  an  seinem  Ausgange  die  Begründung  des  walachischbulgarischen
  Reiches  der  Aseniden  in  Bulgarien  und  die  des
Hauses  Nemanja  im  unzugänglichen  Hochgebirge  zwischen  der
dalmatischen  Küste  und  dem  Vardar,  der  die  Balkanhalbinsel
in  zwei  Theile  scheidet,  das  serbische  Königthum,  dessen  Geschichte ­
  zweihundert  Jahre  hindurch  die  Balkanhalbinsel  in  Aufregung ­
  erhält,  die  Lücke  zwischen  Griechenland,  das  fränkisch
geworden  war,  und  Ungarn  ausfüllt,  und  zwischen  die  Reiche
von  Sicilien  (Neapel)  und  Romanien  gestellt,  von  dem  ersteren
sich  frei  erhält,  den  Untergang  des  letzteren  zum  eigenen  Verderben ­
  beschleunigt.
Ist  dadurch  der  allgemeine  Rahmen  festgestellt,  der  die
wichtigsten  Ereignisse  einer  Zeit  umfasst,  die  das  merkwürdigste
Jahrhundert  des  Mittelalters,  das  XIII.  gebar,  so  tritt,  je  mehr
man  in  das  Einzelne  eingeht,  der  Unterschied  zwischen  Ostund
  Westeuropa,  zwischen  den  slavischen  Völkern  einerseits
und  den  romanischen  und  germanischen  Staaten  andererseits,
so  scharf  hervor,  dass  man  beinahe  von  zwei  abgegränzten
            
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