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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 99. Band, (Jahrgang 1881)

Mi  k  losicli.

ß
I.
Langes  e  des  klassischen  Latein  bleibt  unverändert,  wenn
das  Wort  einsilbig  ist  oder  in  der  darauf  folgenden  tonlosen
Silbe  i,  o  oder  u  steht,  denn  vor  a,  §,  e  geht  es  in  ea  über.
e  ist  überdies  von  den  vorhergehenden  und  nachfolgenden
Consonanten  abhängig.
mrum.  feci  neben  fyküi  feci.  trei  tres.  kred  aus  leredu
credo;  krezi  credis.  pomet  neben  pomet  pometum.  drum,  berbetsi
verveces  neben  berbedtse  vervex  (vervecem).  tSear§  cera.  otset
stammt  nicht  vom  lat.  acetum  unmittelbar,  da  es  in  diesem  Falle
drum,  atset  lauten  müsste.
Wie  das  S  des  klassischen  Lateins,  behandelt  das  rumun.
das  aus  klassischem  i  entstandene  e.  W.  Foerster,  Bestimmung
der  lat.  Quantität  aus  dem  Romanischen  294.  297:  negru,  negri
neben  nedgrg,  neagra,  nedgre:  niger.  it.  nero.  mrum.  miästiku,
drum,  medstek,  misceo:  *  misticare  von  mlstum,  wie  drum.
meästeh  für  mdstelc  mando  von  einem  mastum,  manstum  für  mansum.
  mrum.  mQsido  (mgsedo)  dens  molaris  beruht  auf  maxilla,
maxella.
II.
An  die  Stelle  des  kurzen  e  des  klassischen  Lateins  tritt
rumun.,  ursprünglich,  wie  es  scheint,  nur  in  betonter  Silbe,
ie  (je)  vor  einfacher  und  vor  Doppelconsonanz:  pier  (pjer)
pereo.  pierd  (pjerd)  perdo.  Das  i  (j)  dieser  Worte  schwindet
nicht  selten,  namentlich  in  tonlosen  Silben,  wo  es  wohl  nur
missbräuchlich  steht:  mrum.  yßru  ferrurn  aus  yjeru,  fieru  (fj&ru).
yerbu  coquo  aus  yierbu,  fierbu  (fjerbu).  drum,  merg  eo  für
mierg  (mjerg),  wie  das  mrum.  nergu  zeigt,  pier  (pjer)  pereo
neben  perirn  perimus.  perii  perii.  peri,  perlt  und  pieri,  pierit
gink.  cip.  1.  12.  peri  kor.  3.  5.  neben  pierzi  9.  Vergl.
G.  I.  Ascoli,  Una  lettera  glottologica  (I.)  12.  Seltener  fällt  e
aus:  mrum.  tiptinemu  pectimus  (-temus).  ie  ist  nicht  nach
Diez  1.  139.  141.  177.  mit  ea  auf  eine  Linie  zu  stellen:  jenes,
im  rumun.  consequenter  als  in  irgend  einer  romanischen  Sprache
auftretend,  ist  fast  allen  romanischen  Sprachen  bekannt,  daher
alt;  dieses,  dem  rumun.  eigenthümlich,  daher  jung.  Treten  bei
einem  e  die  Bedingungen  der  Wandlung  in  ie  und  der  in
            
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