Das Güterrecbt der Ehegatten im Stiftslande Salzburg.
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aller Hausrath, das Bettgewand, Silber- 1 Küchen- und Hausgeschirr,
das Zumass, d. h. Victualien, welche wie Schmalz,
Käse und dergleichen als Zuspeise dienten, 2 die niessende
Speise, Getreide und Anderes, die gefechste Frucht, alles Yieli
und Geflügel überhaupt was in der täglichen Haushaltung genossen
und gebraucht wird. Dagegen werden ausdrücklich
ausgeschieden das Baargeld, die Schulden im Sinne von Forderungen,
die Kaufmannswaare, das Getreide und die Früchte,
so lange sie noch nicht von dem Erdreich getrennt sind, sowie
das Obst an den Bäumen, während in letzterer Beziehung
nach dem Zeugnisse 3 Tenglers vielfach eine entgegengesetzte Gewohnheit
galt, die in den Worten ,was der Wind bewegt und
der Regen besprengt oder die Sonne bescheint, ist fahrende
Habe' ihren Ausdruck fand. In den Formularen für Iieirathsverträge
werden wiederholt auch Mannskleider, Ross, Harnisch
und Wehren oder Geschütz und was zu des Mannes Wehr
gehört ausgeschlossen. 4
Die fahrende Habe in dem abgegrenzten, eigenthümlichen
Begriff, ähnlich der Gerade und dem Musheil des sächsischen
Rechtes gebührte ursprünglich sonder Zweifel auch in Salzburg
als Voraus ausschliesslich der Wittwe. So war es früher in
Oesterreich — und ist daz er da stirbet an geschefft, was er
varundes gutes hat, da sol niemant dhain recht zu haben, wann
seine hausfraw; fl so war es noch später in der Steiermark —
1 Auch in den Formularen wird das Silbergeschirr ausdrücklich der Fahrhabe
zugezählt vgl. Bl. 129 b , 29S b , 300 b ; wo das Gegentheil der Fall —
entsprechend dem kais. Landrechtsbuch c. 168 a : verwirket gut. von silber.
daz haut in die- Hute ze einer gewonheit genomen. daz sol erbe gut sein.
— da wird wenigstens der Frau ,on ains das pesl 1 davon zugesprochen,
vgl. Bl. 296 b , 310 a .
2 Vgl. das Glossar der Salzburger Taidinge S. 431 h
3 Laienspiegel Theil I Titel: Von farender hab: Item der sfeend getraid
und ander friicht auff dem velde, auch obs auff den bammen und die
Weintrauben an den stocken werden an meer enden gewondlicli für farende
hab geschätzt und. gehalten.
4 Vgl. Formular Bl. 295 b , 300 b , 310 b . entsprechend dem kais. Landreclitsbuch
c. 168 a : allen harnesch. vnd gescliutze. daz went diu Hute daz ez
erbe gut si.
5 Oesterreicliisches Landrecht 26 a. E. (Hasenöhrl S. 24G.) In dem Entwürfe
ist, in der correspondierenden Stelle §. 17 (daselbst S. 266) dieser Satz
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