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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 99. Band, (Jahrgang 1881)

Das  Güterrecht  der  Ehegatten  im  Stiftslande  Salzburg.

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quod  maritus  in  domo  alias  sit  et  debeat  esse  caput,  contingere
praesuinendum  est.
In  Folge  der  Vogtei,  welche  den  Ehemann  zum  Mitbesitzer,
Verwalter  und  Nutzniesser  der  gesammten  Habe  der  Frau
machte,  wurde  der  letzteren  das  Recht  selbständiger  Verfügung
über  das  Ihrige  entzogen,  aus  der  freien  Hand  wurde  eine
gebundene  Hand,  ln  Uebereinstimmung  mit  dem,  was  die
beiden  oberländischen  Rechtsbücher,  der  Spiegel  deutscher
Leute  c.  66  und  das  kaiserliche  Landrecht  c.  74  lehren:  daz
ist  davon  daz  er  ir  vogt  ist:  ein  weih  enmag  an  irs  rnannes
Urlaub  ir 1  gutes  niht  hin  gegeben  noch  aigen  noch  leibgedinge
noch  zinsgut  noch  varntz  gut,  heisst  es  in  dem  Entwurf  einer
Landesordnung  Bl.  486,  nachdem  der  Ehefrau  Gehorsam,  Treue
und  Unterwürfigkeit  gegenüber  ihrem  Manne  empfohlen  worden:
auch  (soll  sie)  an  sein  willen  und  wissen  anderst  dann  ir  das
recht  zuelass  nichts  lnngeben,  verkumern,  zuesagen,  noch  in  andericeg
  verändern  oder  es  hat  nit  crafft.
Die  Frage,  ob  und  unter  welchen  Bedingungen  die  Vogtei
den  Mann  berechtigt  habe,  seinerseits  über  der  Frau  gehöriges
Gut  zu  verfügen,  ist  mit  der  darauf  bezüglichen  Stelle  der
beiden  obengenannten  Rechtsbücher,  welche  also  lautet:  Sol
ein  man  gelten  und  hat  er  niht  ze  gelten  und  nimt  er  ein  weif,
und  geit  im  dev  varendev  gut.  er  giltet.  von  varenden  gute  icool.
daz  ist  davon  daz  der  man  seines  loeibes  vogt  ist  und  ir  maister 2
bekanntlich  vielbestritten 3  und  unsere  salzburgischen  Quellen
bieten  keinen  Beitrag  zur  Klärung.  Von  dem  Entwürfe  einer
Landesordnung  wird  nur  ein  liederliches  Schalten  mit  dem
Frauengute  dem  Manne  verboten,  und  für  einen  solchen  Fall
oder  wenn  sonst  die  Wirthschaft  zurückginge,  der  Frau  zu
ihrem  Schutze  das  Recht,  Sicherstellung  durch  Bürgen  oder
Handpfänder  zu  verlangen  zugesprochen. 4
1  Das  kais.  Landrecht  setzt  zu:  marines.
2  Deutscher  Spiegel  c.  13.  14.  Landrechtshuch  c.  9.
3  Vgl.  Schröder  Geschichte  des  ehelichen  Güterrechtes  II,  2  S.  110  ff.
4  —  Das  der  man  seinem  weih  nichts  vertuee.  Der  eeman  soll  seinem  weih
ir  heiratgueth  und  vermacht  unnutzlich  nil  verlhain,  noch  in  spilheusern
mit  spülen  odei'  anndern  ziinhiigen  leichtfertigen  dingen  vernu/zen,  verzern
oder  verluedem,  welcher  aber  das  that  der  ist  schuldig  in  dem  faal  —  und
auch  sonst  so  sich  sein  sach  in  anderweg  und  zu  armuet  und  abnemen
            
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