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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Mittheitangen  aus  altdeutschen  Haudschriften.  IV.

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get  unt  daz  reht  wurchet,  der  die  warhait  von  hercen  ret, 1
der  dechaine  hönchust 2  in  siner  zungen  hat,  der  sinen  nsesten
laides  erlset,  der  sich  niht  annimpt  daz  er  sinen  nsesten  zeitwiz
  bringet,  der  den  ubelen  teuvel,  so  er  im  iht  ratet, 3  mit
sampt  sinem  rate 4  von  sinem  hercen  verspiet  und  vertut  unt
sine  chlaine  gedanclien  zesamen  habt  und  stüzt 5  siu  zegot'.
Di  got  furhtent  unt  sich  niht  uberhebent  von  ir  güten  werchen,
wan  si  wizzen  wol  daz  ir  güttät  von  got  ist,  niht  von  in  selben,
und  lübent  den  der  ez  an  in  wurchet  unt  sprechend  mit  dem
wisagen  ,Nith,  herre,  niht  uns,  sunder  dinem  namen  gib  daz
lob'.  Als  öch  sand  Paul  von  siner  predge  im  (3 11 )  selben  niht
alite,  du  er  sprach  ,Ich  pin  von  gotes  genaden  daz  ich  da  pin'.
Und  aver  ,Der  sich  rümet,  der  rüm  sich  in  got'.  Dar  umb
spricht  unser  herre  in  dem  ewangelio  ,Der  diseu  mineu  wort
höret  unt  siu  tut,  den  gelich  ich  ainem  wisen  manne  der  sin
hös  cimberte  öf  ain  stain.  Ez  chomen  di  flüze 6  und  waten
di  winde  und  stiezen  an  daz  hös  und  ez  enviel  niht,  w r an  ez
gegruntvest  was  öf  den  stain'.  Ditz  ervullet  got  an  uns  und
wartet 7  täglichen  daz  wir  dirre  siner  hiligen  manunge  mit  den
werchen  antwurten. 8  Dar  umb  sint  uns  ditz  lebens  tage  ze
bezzerunge  verlihen,  als  der  apostolus  sprichet  ,Waist  du  nith
daz  dich  ze  rewen  laitet  diu  gotes  genäde?'  Wan  unser  milter
herre  sprichet  ,Ich  wil  niht  des  sunders  tot,  sunder  daz  er
sieh  becher  und  leb'.
(4 il )  Dü  wir  unseren  herren  fragten,  brüder,  wer  in  sinem
riche  solde  wesen,  du  hörte  wir  diu  gebot  des  wesens.  Ist
daz  wir  nü  ervullen  daz  ambt  des  wesmaus,  9  so  werd  wir
erben  des  himelriches.  Dar  umb  sul  wir  beraiten  unsereu  herce
und  unseren  leip,  daz  si  dinen  den  hailigen  gebotten  der  gehorsam, ­
  unt  daz  diu  natuer  unmugliclies  au  uns  hat,  bitten  19
got  daz  er  uns  siner  gnaden  helfe  dar  zü  tü.  Und  ist  daz
wir  di  helle  weice  fliehen  wellen  und  chomen  zu  deine  ewigem
leben,  di  weil  wir  iu  disem  leibe  sein  und  iht  getön  mugen
bei  dem  liebte  dis  lebens,  so  sul  wir  nü  löfen  unt  tün  daz  uns
immer  nuz  11  si.  Wir  sulen  stiften  aine  schul  des  vrönen  12  dienstes,

I  spricht  c  2  übel  c  3  schundet  c  4  schunt  c  5  stoz  —  drucht  c
c  loazer  c  7  pat  c  8  darnach  schulten  c  9  paumans  c  10  da  pittent  c
II  ewichten  frumt  c  12  gotleichen  c
            
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