Mittheilungen aus altdeutschen Handschriften. IV.
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sein. Die früheren haben allgemach Platz gemacht. Manche
Redensarten und sprichwörtliche Ausdrücke in der BR. werden
schon durch alte Tradition eine bestimmte Gestalt angenommen
haben; man darf weitere Schlüsse daraus nicht ziehen. Dazu
rechne ich z. B. die unzweifelhaften Versuche zu reimen (vielleicht
in Nachahmung der stellenweise vorkommenden Reimprosa
des lateinischen Textes): II. III. IV. VI. VII an mehreren
Stellen, XXXVI. LXI — LXX. Für die Bestimmung des
Dialektes ergeben diese Reime nichts.
Im Folgenden liefere ich das Stück (welches ich in Bezug
auf die beiden anderen A nenne) in möglichst genauem
Anschlüsse an die Hs. Auf die Wiedergabe der mannigfaltigen
Lautbezeichnungen musste ich freilich verzichten; sie
sind ja jetzt schon ausreichend berücksichtigt worden, ich habe
die normale Verwendung des Circumflexes vorgenommen. Dagegen
ist der Lautstand selbst unverändert geblieben, nur die
Abkürzungen sind aufgelöst, j für i, u für v und umgekehrt,
sfür/, wur-, wun für icr-, wn geschrieben worden. Die Interpunction
rührt von mir her, ist aber meistens durch die Andeutungen
der Hs. bestimmt.
(l a ) Hie hegint sand Bendicten regel.
Lusen oder vernim, mein sun, diu gebot dines maisters
und naige diu ören dines hercen und enphäh liepjlichen dines
railten vater manunge und ervul siu ganzlihen, daz du wider
chomest mit der arbait der gehorsam zu dem von dem du entwichen
pust mit der läzhait der ungehorsam. Dar umbe get
mein rede nü ze dir, swer du bist und diner gelüst wider
sagest und nimst an dich diu starchen und diu schönen wäfen
der gehorsam ze dienen unserem herren Christo dem wären
kunege. Daz erste ist, swaz du zu tun begingest guter dinge,
daz du in mit vlize bittest daz erz volbringe, daz der der uns
geahtet hat in der sune zale nimmer geunfröet werde von
unser missetät. (l b ) Wir sulen im ze allen eiten von sinen
genseden an uns selben also gehorsam sein, daz er niht al aine
uns enterbe als ain zorniger vater sineu chint, sunder daz er
°ch niht sam ain vorhtsamer herre uns geb zu den ewigen