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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Schön!)  ach.

Die  Handschrift  enthält  eine  Interlinearversion  der  Benedictinerregel.
  Sie  ist  zunächst  durch  ihre  Lautbezeichnung
interessant,  welche  einer  genaueren  Darstellung  nicht  unwerth
erscheint.
Vocale:  536  *  blieben  bewahrt,  darunter  27  circumflectiert.
Dagegen  stehen  425  ei  für  i,  darunter  116  mit  dem  Circumflex
  auf  dem  i.  Es  herrschen  nicht  gleiche  Verhältnisse  im
ganzen  Denkmal:  bis  Cap.  XLIV  incl.  finden  sich  384  i  (darunter
21  circumflectiert)  gegen  257  ei  (darunter  93  mit  Circumflex);
von  da  ab  152  i  (6  mit  Circumflex)  gegen  168  ei  (23  ei),  der
Diphthong  entwickelt  sich  also  erst.  Andererseits  enthält  das
ganze  Denkmal  606  ai  für  ei  (darunter  64  äi),  denen  nur  3
alte  ei  gegenüberstehen:  hier  ist  also  von  Anfang  an  schon
der  neue  Diphthong  fest.  Neben  diesen  Hauptzügen  ist  nur
weniges  Irreguläre  bemerkbar.  10  Mal  i  für  ei,  allein  in  hilig.
Dawider  geirischait  XXXI,  wie  in  der  Erinnerung  Heinrichs
v.  Melk.  LXXI  steht  i  für  i,  XLIV  e  für  *,  das  letztere
sicherlich  nur  Schreibfehler.  XLVII  aintweder.  a  für  ai  LII,
LXIII,  LXXII,  ein  ai  aus  ege.
Die  Wahrnehmung,  dass  ei  :  ai  früher  durchgedrungen  und
fest  geworden  ist  als  *:  ei,  steht  keineswegs  vereinzelt  da  uDd
auf  unser  Stück  beschränkt.  Ich  citiere  auf  die  St.  Lambrechter
  Breviarien,  in  Bezug  auf  Lautbezeichnung  wichtige
Denkmäler  der  Uebergangszeit.  Dort  ist  in  den  bedeutendsten
Nummern,  Zs.  f.  d.  A.  20,  137,  144,  145,  157,  159,  173,  184,
dasselbe  Verhältnis  zu  beobachten;  nur  einmal,  und  zwar  in
einer  Partie,  welche  wegen  ihrer  Winzigkeit  nicht  wohl  m
Betracht  kommen  kann,  s.  168,  ist  die  Sache  umgekehrt.
Nicht  anders  verhält  es  sich  in  der  Voran  er  Hs.  (Diemer
p.  IV),  in  der  Grazer  Hs.  der  Litanei,  in  der  berühmten
Wiener  Hs.,  welche  unter  anderen  Heinrich  v.  Melks  Werke
enthält,  in  den  alten  Greiff’schen  Bruchstücken  von  Wernhers
Marienliedern.  Ich  müsste  wohl  so  ziemlich  alle  bairischen  Hss.
von  1150—1250  aufzählen,  wollte  ich  •  vollständig  sein;  irre  ich
nicht,  so  haben  sie  alle  ei:  ai  dem  i:  ei  vorausgehen  lassen.
Ausserhalb  des  bairischen  Sprachgebietes  herrscht  in  den  Hss.
derselbe  Gebrauch,  wie  schon  Jakob  Grimm  bemerkt  hat
(Gr.  13,  202).
            
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