Stadien zur Geschichte des alten Aegypten. I.
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die Tage des Sii’iusaufgauges und der Katachyterien nicht
mehr wandern um einen Tag alle vier Jahre, sondern stets an
demselben Kalendertage gefeiert werden, also gerade das Umgekehrte
von dem, was früher geschehen war.
Wer unbefangen das Decret prüft, muss sich sagen, er
habe in demselben die Einführung einer ganz neuen Einrichtung
vor sich und muss den Gedanken von der Hand weisen, es
liege hier blos die Mittheilung eines lange gehüteten Geheimnisses
vor. Wenn Lepsius in seiner Einleitung 1 bemerkt:
jedenfalls gewährt uns aber der Text die höchst werthvolle
Gewissheit, dass die Aegypter sich damals und von altersher
im gemeinen Leben wirklich des Wandeljahres von 365 Tagen
bedienten 1 , so glauben wir noch etwas weiter gehen und sagen
zu dürfen, dass dies nicht blos im gemeinen Leben, sondern
auch bei der Feier der Feste, welche, wie oben ausgeführt, an
bestimmten Monatstagen hafteten, der Fall war; denn ausdrücklich
wird es uns durch das Decret von Tanis bezeugt, dass die
Feste sich mit dem Wandeljahre verschoben.
Nach diesen Ausführungen wird man wohl zugeben, dass
der Festkalender von Medinet-Abu auf ein festes Jahr sich nicht
beziehen kann, da danach kein Bedürfniss bestand, auch
für die Priester nicht. Ich glaube, man wird Lepsius’ Satz 2 vollinhaltlich
acceptiren müssen: ,Es scheint vielmehr, dass bis
jetzt noch kein Datum nachgewiesen ist, welches vom festen
(Sothis-) Jahre zu verstehen wäre. Es würden auch verschiedene
Kalender äusserlich in der Bezeichnung auseinandergehalten
oder der jedesmalige Gebrauch des einen oder anderen deutlich
ausgesprochen sein müssen, und davon hat sich bis jetzt noch
Nichts gefunden. 1 Denn man bedenke wohl, dass schon Ideler 3
vom Jahre von 365y 4 Tagen ,dessen frühzeitige Kenntniss
1 p. 14.
2 1. 1. p. 15.
3 Chronologie I, p. 173 fl. Die Stellen findet man 1.1. p. 172 fl. und Lepsius,
Chronologie, p. 151, der dieselben mit den Worten einleitet: ,Dass nun der
Frühavfgang des Sirius wirklich der Anfang eines festen Jahres bei den
Aegyptern war, wird von den Schriftstellern ausdrücklich berichtet, namentlich
in den von Ideler (I, p. 171) angeführten Stellen“. Diese Ansicht
hat Lepsius, wie aus den oben (p. 882 und 836) angeführten Stellen
hervorgeht, nach der Auffindung des Decrets von Tanis aufgegeben.
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