Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  I.

895

heit  vorläufig  nicht  sagen;  immerhin  ist  es  beachtenswert!),
dass  die  mittlere  Götterreihe  der  bekannten  Darstellung  im
Ramesseum  19  Gottheiten  zählt,  welche,  wie  Lepsius  und  Brugsch
bereits  bemerkten, 1  Schutzgötter  einzelner  Tage  waren.  2  Ebenso
ist  es  gewiss  nicht  ohne  Bedeutung,  dass  in  derselben  Darstellung ­
  unter  dem  Horus,  welcher  sich  in  der  mittleren  Gruppe,
auf  welche  die  erwähnten  Schutzgötter  zuschreiten,  findet,  neunzehn ­
  rundliche  Scheiben,  Symbole  der  Tage, 3  gezeichnet  sind. 4
Man  wird  sonach  auch  für  Aegypten  die  Kenntniss  des  neunzehnjährigen ­
  Cyklus  als  wahrscheinlich  anzunehmen  haben,
während  sie  für  Babylon  durch  die  Egibi-Täfelchen 5  ausser
allem  Zweifel  steht.
Jetzt  wird  uns  die  ganze  Bedeutung  des  tanitischen  Jahres  erst
recht  klar.  Es  ist  in  der  That  der  Versuch,  ein  festes  Jahr  in
unserem  Sinne  in  Aegypten  einzuführen.  Bis  dahin  bediente
man  sich  in  ganz  Aegypten,  gleichmütig  ob  Schriftgelehrter
oder  Landmann,  des  Wandeljahres  von  365  Tagen,  in  dem

1  Lepsius,  Chronologie,  p.  105  und  Brugsch,  Reiseberichte,  p.  295.
2  Riel,  Sonnen-  und  Siriusjahr  der  Ramessiden,  p.  88  fl.  Die  Beobachtung
AA/WNA
ist  ganz  richtig.  So  entspricht  (TI  (die  6.  Gottheit  nach  der  Doppelgruppe) ­
  der  Eponymie  des  30.  Monatstages  (cf.  Tafel  IV  bei  Brugsch,
,oc=^

Materiaux)  j^oj

des  Anubis  CZ
(12.  Figur),  j|
(14.  Figur).

(7.  Figur)  dem  16.,  ö  (8.  Figur)  dem  13.,
|  (9.  Figur)  dem  15.,  dann  die  so  wohlbekannten  Begleiter
(10.  Figur),  (11-  Figur),  ^  c  '

(13.  Figur)  dem  4.,  5.,  6.,  7.,  endlich

(15.  Figur),

^  (16.  Fi

igur)  dem  8.,  9.,  10.

Monats  tage.
3  Man  denke  an  die  fünf  Scheiben,  Symbole  der  Epagomeneu,  die  in  derselben ­
  Darstellung  über  dem  |jj  O  genannten  Stier  sich  finden.
1  Riel,  Sonnen-  und  Siriusjahr,  p.  221.
5  ed.  Boscawen  in  den  Transactions  (cf.  p.  849  A.  3)  VI,  p.  1  fl.  Die
Babylonier  hatten  in  der  späteren  Zeit  ein  gebundenes  Mondjahr  (und
nicht  ein  solares,  wie  Usener  in  dem  oben  p.  852  A.  2  angeführten  Aufsätze ­
  sagt)  und  kannten  nachweislich  seit  Darius  I.  den  neunzehnjährigen
Mondeyclus.
SitzuugBlier.  d.  phil.-hist,  CI.  XCVIII.  Bd.  III.  Hft.  57
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.