Studien zur Geschichte des alten Aegypten. I.
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logie der Aegypter betreffenden Fragen ein neues Liebt gefallen
und unsere Kenntniss der Verhältnisse unter den Ptolemäern
wesentlich vermehrt worden. Wir erfahren aus der
Inschrift zuerst in authentischer Weise, da die griechischen
Autoren, weil von ihnen fremden Dingen berichtend, fortwährenden
Missverständnissen ausgesetzt waren, wie die Priester
bei der Einrichtung eines festen Jahres vorgingen und wann
zuerst ein solches eingerichtet worden ist. Fassen wir zuerst
die Datirung der Inschrift ins Auge. Das Decret ist datirt
vom 17. Tybi des 9. Regierungsjahres Ptolemäus III., der
nach dem astronomischen Kanon im Jahre 502 Nabon. =
247—246 v. Chr. den Thron bestieg. Das 9. Jahr seiner Regierung
begann daher mit dem 22. October 239, der folgende
17. Tybi entsprach dem 7. März des Jahres 238 v. Chr. Im
9. Jahre Ptolemäus III. fiel dem Wortlaute der Inschrift zufolge
der heliakische Aufgang des Sirius zum ersten Male auf
den 1. Payni, also auf den 19. Juli jul. Es liegt hier eine
kleine Schwierigkeit vor. Nach der angeführten Stelle des
Censorinus ,idem dies fuerit ante diem XII (1. XIII) Cal.
Aug. quo tempore solet canicula in Aegypto facere exortum 1
müsste man den 2., nicht den 1. Payni in unserem Decrete
erwarten.
Riel 1 hat für diese Thatsache eine ingeniöse Erklärung
gegeben. Er nimmt an, dass die Priester den Anfang des
1. Payni des Wandeljahres vom Morgen auf den Abend verlegten
und denselben in solcher Gestalt zum 1. Payni des neugebildeten
festen Jahres machten. Da nun die Nacht des
1. Payni des festen Jahres, an deren Ende der Siriusaufgang
stattfand, sich noch mit der Nacht des 1. Payni des Wandeljahres
deckte, konnten sie mit Bezug auf beide Jahre sagen,
dass der Sirius in diesem Jahre am 1. Payni aufgehc, wenn
auch mit seinem Aufgange am Morgen des 20. Juli der 1. Payni
des Wandeljahres endete und der 2. Payni begann.
demotique, p. 125, mit einer Interlinearübersetzung- herausgegeben. Ueber
die Entdeckung 1 des Decretes von Tanis sagt Revillout (l. 1. p. LXXXV1I):
,La France est le seul pays d’Europe, je pourrais meine dire des deux
mondes, qui ne possede pas de plätre de ce monument (sc. der Inschrift
von Tanis) qu’un illustre Frangais a decouvert. 1
! Sonnen- und Siriusjahr, p. 57.