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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Krall.

Alle  diese  Angaben  rühren  zudem  aus  der  Zeit,  als  das
ganze  wissenschaftliche  Leben  Aegyptens  im  Nildelta  und  Memphis ­
  sich  coneentrirt  hatte;  sie  würden  noch  mannigfaltiger
sein,  wenn  uns  Nachrichten  vorlägen,  die  auch  Oberägypten,
hier  vor  Allem  die  in  alter  Zeit  so  bedeutende  Reichshauptstadt
Theben,  berücksichtigen  würden.
Hätte  der  20.  Juli  —  26.  Epiphi  alexandrinisch  als  der
Normaltag  in  dem  Sinne  der  neueren  Chronologen  gegolten,  so
müssten  wir  ihn  im  Kalender  von  Esne  verzeichnet  finden.
Mit  Recht  schreibt  daher  Riel: 1  ,Als  das  nächste  Fest  sollten
wir  dann  am  26.  Epiphi,  am  Siriustage  des  alexandrinischen
Jahres  (sollte  genauer  heissen:  an  dem  Tage  des  alexandrinischen
Jahres,  welcher  dem  20.  Juli  jul.  entspricht)  das  Fest  der  Erscheinung ­
  des  Sothis  erwarten;  aber  erst  am  29.  Epiphi  finden
wir  es  .  .  .  vermerkt.  Dass  dieses  Fest  kein  anderes  ist  als
das  Fest  der  Isis-Sothis,  hatte  der  Verfasser  schon  früher
hervorgehoben  und  den  späten  Ansatz  dadurch  zu  erklären
versucht,  dass  für  diesen  vielleicht  der  Siriustag  von  Alexandrien ­
  massgebend  gewesen  sei,  den  Tlieon  auf  den  29.  Epiphi
setzt.  Für  Oberägypten  wurde  der  Sirius  zvjar  schon  einige
Tage  früher  sichtbar,  bei  der  Unsicherheit  der  wirklichen  Beobachtung ­
  war  die  Ansetzung  des  ,Festes  ihrer  Majestät'  auf  den
29.  Epiplii  immerhin  zulässig.'  Die  durch  den  Druck  hervorgehobenen ­
  Worte  zeigen  uns  deutlich,  dass  Riel  recht  wohl
fühlte,  dass  dieser  Ansatz  des  Kalenders  von  Esne  mit  der
allgemein  üblichen  Annahme  eines  für  ganz  Aegypten  gütigen
Normaltages  sich  nicht  vereinbaren  lässt.
Nicht  besser  steht  es  mit  der  Inschrift  von  Tanis. 2  Durch
die  Auffindung  dieser  trilinguen  Inschrift  ist  auf  alle  die  Chrono-Umstand,
  dass  in  den  manethonisclien  To'uoi  Menes  und  seine  unmittelbaren ­
  Nachfolger  als  Thiniten  bezeichnet  waren,  wird  wohl  am  meisten
dazu  beigetragen  haben,  den  19.  Juli  als  Siriustag  zu  empfehlen.
1  Thierkreis  von  Dendera,  p.  93.
2  Aufgefuuden  180(3.  Den  hieroglyphischen  und  griechischen  Theil  findet
man  in  ,Die  zweisprachige  Inschrift  von  Tanis.  Zum  ersteu  Male  herausgegeben ­
  von  S.  Leo  ßeinisch  und  E.  Robert  Rösler,  18(16.  ß-  üep
sius,  Das  bilingue  Decret  von  Canopus,  I.  Theil. 1  Leider  hat  Lepsius  den
II.  Theil,  der  den  Commentar  und  das  Glossar  enthalten  sollte,  nicht  hei  aus
gegeben.  Der  demotische  Theil  wurde  zuerst  von  Revillout,  Chrestomathie
            
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