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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  I.

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Wir  können  schon  aus  diesen  Erwägungen  die  allgemein
herrschende  Annahme,  die  Aegypter  hätten  unter  den  sieben
zur  Verfügung  stehenden  Tagen  einen  herausgesucht  und  im
ganzen  Lande  als  Festtag  gefeiert,  nicht  acceptiren.  Nicht
anders  stellt  sich  das  Resultat,  wenn  wir  die  Grundlagen  dieser
Ansicht  ins  Auge  fassen.  Sie  geht  einzig  und  allein  auf  die
Stelle  des  Censorinus  zurück:  ,ante  diem  XII  (1.  XIII.)  Cal.
August,  quo  tempore  solet  canicula  in  Aegypto  facere  exortum 4 . 1
Die  wahre  Bedeutung  dieser  Stelle  werden  wir  später  kennen
lernen:  hier  genügt  es,  darauf  hinzuweisen,  dass  sie  die  einzige
ist,  welche  für  den  20.  Juli  spricht,  während  eine  Reihe  gewichtiger ­
  Zeugnisse,  und  unter  ihnen  ausschlaggebend  die  Monumente
selbst,  die  Inschrift  von  Tanis  und  der  Kalender  von  Esne,
entgegenstehen.
In  dem  Parapegma,  welches  als  sechzehntes  Capitel  der
Isagoge  des  Geminus  beigefügt  ist  und  etwa  ein  Jahrhundert
älter  ist  als  Geminus,  der  Zeitgenosse  Sullas,  finden  wir  die
Bemerkung:
Krebs  23,  19.  Juli,  Aomflem  ev  Atybrrm  zimv  szaavv)?  “p £Tat -
Für  Eudoxus,  dessen  Sternwarte  in  Heliopolis  gezeigt
wurde, 2  wird  uns  dagegen  angegeben:

Krebs  27,  23.  Juli,  EeSo?w  »5mv  emo?  emxeXAei. 3
Eine  Reihe  anderer  Zeugnisse  gibt,  wie  Dositheus,  den
19.  Juli  als  Tag  des  heliakischen  Aufganges  des  Sirius.  So
Hephaestion  von  Theben, 4  der  zur  Zeit  Constantin  des  Grossen
schrieb,  dann  Palladius,  Aetios  und  die  von  Salmasius  angeführten ­
  ,Excerpta  Georgica  Graecorum  sub  nomine  Zoroastris.' 5
Solinus  gibt  uns  einen  dreitägigen  Spielraum:  ,Quod  tempus
(Aufgang  des  Sirius)  sacerdotes  natalem  mundi  judicarunt,  id
est  inter  tertium  decimum  Kalendas  Augustas  et  undecimum/ 8

1  C.  21.
2  Strabo  XVII,  p.  803.
3  Boeckh,  Vierjährige  Sonnenkreise,  p.  58.
4  Unger,  Chronologie  des  Manetho,  p.  46,  gegen  Boeckh,  1.  1.  p.  310  fl.
5  Die  Stellen  finden  sich  bei  Boeckh,  1.  1.  p.  310.
6  c.  32.  Salm.  Der  19.  Juli,  für  den  die  meisten  Zeugnisse  sprechen,  ist,
wie  Unger  1.  1.  p.  59  ausführt,  der  Siriustag  des  Nomos  Thinites.  Der

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