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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Studien  zur  Geschichte  des  ulten  Aegypten.  I.

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ägyptische! -  Geschichte  bis  auf  eine  verschwindende  Kleinigkeit ­
  mit  dem  julianischen  Jahre  vollkommen  Schritt  hielt.  Die
damalige  Stellung  des  Sirius  zum  Sommersolstitialpunkt  war
zufällig  so  beschaffen,  dass  seine  zunehmende  Länge  mit  dem
Ueberschusse  des  julianischen  Jahres  über  das  bürgerliche  Jahr
sich  gerade  ausglich,  so  dass  während  der  angegebenen  Zeit
von  3000  Jahren  der  Frühaufgang  des  Sirius  auf  denselben
Tag  des  julianischen  Kalenders  fiel  und  sich  um  ebensoviele
Tage  vom  Sommersolstitialpunlcte  entfernte,  wie  das  julianische
vom  wahren  Jahre.  ‘ 1  Es  ist  daher  gar  nicht  auffallend,  wenn
Eudoxus,  der  Erste,  der  nachweisbar  auf  Grundlage  ägyptischer
Beobachtungen  ein  festes  Jahr  in  unserem  Sinne  einrichtete,
mit  dem  Tage  des  Sirius-Frühaufganges  dasselbe  begann.  Ebenso
war  für  die  ägyptischen  Priester  bei  Einrichtung  ihres  festen
Jahres  von  Tanis  der  heliäkische  Aufgang  des  Sirius  der  Leitstern, ­
  wie  die  Bestimmungen  des  Decretes  selbst  es  uns  zeigen  : 2
,Dass  jährlich  eine  öffentliche  Panegyrie  sowohl  in  den  Tempeln
als  im  ganzen  Lande  dem  Könige  Ptolemäus  und  der  Königin
Berenike,  den  Göttern  Euergeten  gefeiert  werde  an  dem  Tage,
an  welchem  der  Stern  der  Isis  aufgeht,  welcher  in  den  heiligen
Schriften  als  Neujahr  angesehen,  jetzt  aber  im  neunten  Jahre
am  1.  Payni  gefeiert  wird,  in  welchem  auch  die  kleinen  Bubastia
  und  die  grossen  Bubastia  gefeiert  werden  und  die  Einbringung ­
  der  Früchte  und  das  Steigen  des  Flusses  geschieht;
dass  aber,  auch  wenn  der  Aufgang  des  Sterns  auf  einen  andern
Tag  im  Verlauf  von  vier  Jahren  übergehen  würde,  die  Panegyrie
nicht  verlegt,  sondern  am  1.  Payni  gefeiert  werde,  an  welchem
sie  vom  Anfang  an  im  neunten  Jahre  gefeiert  wurde  ....;  dass
aber,  damit  die  Jahreszeiten  fortwährend  nach  der  jetzigen
Ordnung  der  Welt  ihre  Schuldigkeit  thun  und  es  nicht  vorkonnne,
  dass  einige  der  öffentlichen  Feste,  welche  im  Winter
gefeiert  werden,  einstmals  im  Sommer  gefeiert  werden,  indem
der  Stern  um  einen  Tag  alle  vier  Jahre  weiter  schreitet,  andere
aber,  die  im  Sommer  gefeiert  werden,  in  späteren  Zeiten  im
Winter  gefeiert  werden,  wie  dies  sowohl  früher  geschah  als

'  Lepsius,  Chronologie,  p.  165.  Auch  Ideler  und  Biot  erkennen  die  Richtigkeit
  der  Beobachtung  des  Petavius.
2  1.  35  fl.  des  griechischen  Textes.
            
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