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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

884

Krall.

Wissen  aus  der  ältesten  Zeit  des  ägyptischen  Reiches  sich  lierschrieb,
  in  welche  von  den  Priestern  die  Entstehung'  aller  ihrer
heiligen  Rollen  mit  Recht  oder  Unrecht 1  verlegt  wurde.  In  der
ersten  Periode  der  ägyptischen  Geschichte  war  das  in  der
That  der  Tag  des  Siriusfrühaufganges,  aber  auch  des  Beginnes
der  Schwelle.
Aber  gerade  in  der  eben  angeführten  Beschaffenheit  der
,Schriften  des  Hauses  des  Lebens' 2  liegt  die  Erklärung  für
mannigfaltige  Ungenauigkeiten  in  der  Anwendung  des
Zeichens  3  und  daraus  hervorspringende  Missverständnisse  der
griechischen  Autoren.  Denn  da  in  den  Schriften  des  Hauses
des  Lebens  der  Tag  des  Siriusaufganges  als  bezeichnet
war,  so  lag  es  den  Priestern  nahe,  auch  bei  Abfassung  neuerer
religiöser  Texte  darauf  Bezug  zu  nehmen. 4
Durch  einen  anderen  Umstand  hat  der  Sirius-Frühaufgang
eine  erhöhte  Bedeutung  in  der  letzten  Periode  ägyptischer  Geschichte ­
  erlangt,  er  konnte  als  Angelpunkt  bei  Einführung  eines
festen  Jahres  in  unserem  Sinne  dienen.  ,Admirabiliter  contigit',
bemerkt  schon  Petavius  dazu,  ,dass  der  heliakische  Aufgang
des  Sirius  durch  über  3000  Jahre,  durch  den  ganzen  Verlauf

1  Cf.  Manetlion.  Geschichtswerk,  p.  130  [10].
2  Cf.  oben  p.  876  A.  1.
3  Dass  der  1.  Thoth  (und  der  9.  Thoth)  ebenfalls  als  \j/  im  Kalender
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von  Esne  bezeichnet  werden,  zeigt  deutlich,  dass  das  TJ/  einst  mit

dem  1.  Thotli  zusammengefallen  war  und  nur  in  Folge  des  Umstandes,
dass  das  Wandeljahr  um  einen  Vierteltag  zu  kurz  war,  sicli  von  demselben ­
  verschob.  Neben  dem  l]/  des  ßä  (1.  Thotli)  gab  es  auch  ein
r
m/  des  Horus  vom  1.  Tybi,  wovon  wir  schon  gehandelt  haben,  und
nach  dem  Decrete  von  Tanis  1.  18  auch  ein
welche  hieroglyphische  Bezeichnung  dem  griechischen  xa  [xtxpa  Boußaana
(1.  37)  entspricht.  Sowohl  der  griechische  als  der  demotische  Text  zeigen,
dass  Lepsius’  Uebersetzung  (,in  welchem  gefeiert  wird  die  Panegyrie  des
Neujahrs  und  die  der  Bubastis 4 )  nicht  correct  ist.  Es  muss  vielmehr
heissen,  in  welchem  (sc.  Monate)  gefeiert  wird  das  Fest  der  Bast  (=□
  X
,1a  panegyrie  dans  l’edifice  (?)  de  Bast 4  des  demotischen  Textes  nach  Revillout).
4  Siehe  unten  p.  890  ein  liieher  gehöriges  Beispiel  aus  der  Zeit  Kamses  Ih
            
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