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Krall.
Chronologie, die einen etwa viertausendjährigen Zeitraum vor
sich hat, eine grosse Rolle. Bald nach Beginn des vierten Jahrtausends
v. Chr. ging, wie oben 1 bemerkt, der Sirius fünf
Tage vor der Sommer-Sonnenwende, also am Tage des Beginnes
der Fluth heliakisch auf. In der Zeit dagegen, als die festen
Jahre von Tanis und Alexandria eingerichtet wurden, ging der
Sirius etwa einen Monat nach dem Beginne der Nilsehwelle
auf, während er zur Zeit der Thutmosiden etwa 15 Tage
nach dem Beginne der Nilfluth aufgegangen war.
Wir sehen, wenn die Aegypter zur Zeit, als sie ihren
Kalender einrichteten, den Vortheil hatten, dass Siriusaufgang
und Beginn der Nilschwelle zusammenfielen, welcher Umstand
sie bei der Bestimmung der Länge des wahren Sonnenjahres
sehr förderte, so war dies in der Zeit der Thutmosiden, geschweige
denn in der Ptolemäerzeit, nicht mehr der Fall. 2
So trat an sie die gewiss schwere Frage heran, wie sie
einerseits der Ueberlieferung, anderseits den Thatsachen, die
sich inzwischen kosmisch vollzogen hatten, gerecht werden
sollten.
Die Monumente müssen uns Aufschluss darüber geben,
wie sie vorgingen, welchem der beiden Ereignisse sie den Vorzug
gaben, als Angelpunkt des Jahres zu dienen. Mit Recht
bemerkt Lepsius in seiner Vorrede zum Decrete von Canopus, 3
,dass der Tag des Sothisaufganges nicht, wie vielfältig geglaubt
worden ist, schon früher und von altersher ein allgemeines Fest
gewesen war, sondern nur von den Priestern gefeiert wurde'.
Dem tritt bestätigend zur Seite der Kalender von Esne.
Lauth hat zuerst darauf aufmerksam gemacht, 4 dass wir
im Kalender von Esne das alexandrinische Jahr vor uns haben,
er hat zugleich auch dieBedeutung der drei in demselben erwähnten
Neujahrsfeste erörtert. Das eine derselben, das vom 9. Thoth,
gehört dem Wandeljahre an, wie die hinzugefügte Bestimmung
,Jahr der Vorfahren' lehrt; 5 das andere, das vom 1. Thoth, ist
1 p. 877 fl.
2 Riet, Thierkreis von Dendera, p. 10 fl.
3 p. 13.
4 In dem oben p. 857 A. 3 angeführten Aufsatze.
5 Cf. p. 853.