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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Krall.

Symbole  der  Sonnenwenden,  speciell  der  Winterwende  aufgefasst.
  Brugsch  war  dagegen  in  seinen  Reiseberichten  anderer
Ansicht;  er  bezeichnet  die  Schakale  als  Symbole  der  Aequinoctien.
  Für  die  Darstellungen  aus  der  Ptolemäerzeit,  bei
denen  überhaupt  die  ägyptologische  Forschung  auf  diesem
Gebiete  eingesetzt  hat,  trifft  in  der  That  die  Deutung  von
Brugsch  zu.
,Irren  wir  nicht,  so  hat  zu  derselben  die  von  Champollion
gegebene  und  bis  in  die  neueste  Zeit  allgemein  angenommene
Deutung  der  Monatsbezeichnungen  und  Jahreszeiten,  nach
welcher  der  Pachons  der  erste  Monat  der  Wasserjahreszeit  ist,
Veranlassung  gegeben;  denn  alsdann  fällt  die  Sonnenwende  in
den  Anfang  des  Pachons,  die  Frühlingsgleiche  also  in  den  Anfang ­
  des  Mechir,  so  dass  der  Schakal  im  Mechir  als  Symbol
der  Frühlingsgleiche  angesehen  werden  konnte/  1  In  der  That
ist  dies  im  Festkalender  von  Edfu,  welcher  nach  den  vorgebrachten ­
  Argumenten,  als  deren  schwerwiegendstes  dieses
letzte  uns  erscheint,  auf  das  tanitische  Jahr  sich  bezieht,  der  Fall.
Wir  lesen  in  demselben  zum  9.  Mechir  2
Feier  des  Festes  des  grossen  Brandes,  eine  Angabe,  welche,
wie  dies  kaum  anders  sein  kann,  dem  Festkalender  von  Edfu
ganz  eigenthümlich  ist.
Die  Thatsache,  dass  die  zwei  grossen,  vollständig  erhaltenen ­
  Festkalender  von  Edfu  und  Esne  auf  die  einzigen  uns
durch  monumentale  Nachrichten  verbürgten  festen  Jahre  von
Tanis  und  Alexandria,  deren  Einrichtung  etwas  über  zwei
Jahrhunderte  von  einander  absteht,  sich  beziehen,  ist  für  die
Erforschung  der  kalendarisch-chronologischen  Einrichtungen  der
alten  Aegypter  von  unschätzbarem  Werthe.
Die  Feste,  die  in  unseren  Festkalendern  Vorkommen,
lassen  sich  mit  Leichtigkeit  in  zwei  Gruppen  zusammenfassen.
Es  sind  einerseits  Feste  blos  localer  Natur,  anderseits  Feste,
1  ßiel,  1.  1.  p.  52.
2  Man  darf  bei  den  Ansätzen  der  ägyptischen  Priester  nur  an  eine  annähernde ­
  astronomische  Genauigkeit  denken.  Für  sie  waren  in  erster
Linie  mythologisch-sacrale  Momente  ausschlaggebend.  Fiel  in  die  Nähe
des  betreffenden  Tages  irgend  ein  althergebrachtes  Fest,  so  wurde  aut
diesen,  nicht  auf  den  astronomisch  richtigen  Tag  das  Fest  der  Jalnpunkte
  verlegt.
            
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