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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  I.

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zeit  giltig  ist,  ist  sie  es  nicht  für  die  Ptolemäerzeit,  für  welche
vielmehr  Champollions  Ansicht  zutrifft.
Es  ist  daher  ganz  in  der  Ordnung,  wenn  der  Pachons,
der  eben  durch  das  Decret  von  Tanis  an  die  Stelle  des  alten
Thoth  trat,  eine  bevorzugte  Rolle  in  den  Festkalendern  der
Ptolemäer-  und  der  ersten  Kaiserzeit  überhaupt,  ganz  besonders
aber  in  dem  auf  das  tanitische  Jahr  sich  beziehenden  Festkalender ­
  von  Edfu  spielt.  Die  fünf  ersten  Tage  des  Pachons
sind  in  unserem  Kalender  der  Feier  der  Niederwerfung  der
Feinde  durch  Horus  geweiht;  man  erinnert  sich  gleich  an  den
von  uns  schon  oben  betrachteten  mythologisch-kalendarischen  Text
von  Edfu, 1  der  das  Herankommen  der  Nilfluth  schilderte.  Am
6.  Pachons 2  —  man  erinnere  sich  an  die  hohe  Wichtigkeit
der  Sexta  in  den  Ptolemäertexten 3  —  wird  dann  die  Sonnenwende ­
  gefeiert.  Es  wird  das  Uza-Auge  gefüllt,  welche  mythische
Handlung  wir  an  einer  anderen  Stelle 4  auf  die  Feier  der  Sonnenwenden ­
  bezogen  haben,  und  ,es  wird  Alles  vollzogen,  ivas  vorgeschrieben ­
 1  ist  in  dem  Buche  ,von  der  göttlichen  Geburt*.
Die  Bedeutung  der  Bezeichnungen  der  Tetramenien  ist
in  der  Ptolemäerzeit  eine  andere  als  etwa  in  der  Ramessidenzeit;
  dasselbe  gilt  aber  auch  von  den  Symbolen  der  Jahrpunkte.
In  der  bekannten  Darstellung  im  Ramesseum  finden
wir  unter  den  Monatsabtheilungen  Mechir  und  Phamenot  zwei
nach  entgegengesetzten  Richtungen  blickende  Schakale,  von

denen  der  eine  (unter  Mechir)  als  grosser  Brand,
der  andere  als

,  kleiner  Brand,  bezeichnet  wird.  Sie
werden  von  Riel 5  mit  Recht  für  die  Zeit  der  Ramessiden  als

'  Cf.  p .  839.
5  So  ist  zu  lesen,  nicht  wie  Brugsch  übersetzt:  ,Am  15.  Tage  des  Festes
dieses  Monates  (wann)  der  Mond  voll  (sein  sollte). 1  Die  Uebersetzung

von  Brugsch  hängt  mit  einer  ihm  eigenthümlichen  Auffassung  des

Uza  zusammen,  die  er  schon  bei  Erörterung  der  bekannten  Mondesfmsterniss-Stele
  dargelegt  hat.  Das  Material  für  diese  Frage  findet  sicli
hei  Chabas,  Melanges  egyptologiques  II,  p.  72;  Goodwin  in  der  Aeg.  Z.
1868,  p.  25;  Brugsch,  1.  1.  1868,  p.  29  fl.
3  Von  Brugsch  immer  gebührend  hervorgehoben.
4  ,Etudes  chronologiques 1  im  Recueil  (cf.  p.  838  A.  2)  II,  p.  66  —70.
"  Sonnen-  und  Siriusjahr,  p.  51.
            
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