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Krall.
so zerstreut, die chronographische Unsicherheit auf ägyptischem
Gebiete so gross, dass wir vor dem Zeitalter des Taraqa und
Psametik I. kein Ereigniss oder Denkmal auch nur auf das
Jahrzehnt näher zu fixiren im Stande sind; der Zeitraum ägyptischer
Culturentwickelung ist so ungeheuer, dass es nicht auffallen
darf, wenn grosse Veränderungen in der Auffassung der
Symbole, 1 der Bedeutung der einzelnen Feste, ja der Bezeichnung
der Jahreszeiten sich nachweisen lassen. Die Schlüsse,
die man auf den Festkalender von Medinet-Abu baut, haben
auf alle Fälle etwas Problematisches, da man kaum das Jahrhundert
mit apodiktischer Gewissheit angeben kann, in welchem
der Kalender in die Wände gemeisselt worden ist. Was fördert
es uns, feste Angaben aus der Mastaba-Zeit zusammenzustellen
mit den Festkalendern der Ptolemäerzeit und die einen durch
die anderen zu erklären, wenn man bedenkt, dass dazwischen
etwa drei Jahrtausende liegen?
Unter diesen Umständen müssen wir es als einen glücklichen
Zufall preisen, dass uns in einer vorzüglichen Bearbeitung
von Brugsch 2 zwei Kalender vorliegen, die wir auf feste Jahre
beziehen können und mit wünschenswerthester Genauigkeit zu
datiren im Stande sind. Bei dem einen derselben, dem Festkalender
von Esne, ist dies allgemein anerkannt, bei dem andern,
dem Kalender von Apollinopolis Magna, hoffen wir es durch
unsere Untersuchungen festzustellen.
Wir werden zu diesem Behufe eine Erörterung der Festangaben
nicht vermeiden können. Erst wenn das Gebiet der
ägyptischen Mythologie nach allen Seiten behandelt sein wird,
wird eine erfolgreiche Erklärung der Festlisten in Angriff genommen
werden können. Schon äusserlich bieten uns dieselben
die grössten Wunderlichkeiten dar, die sich bei näherer Erörterung
nicht vermindern, sondern im Gegentheile vermehren.
So finden wir, um nur ein Beispiel herauszugreifen, in Ueber-1
Belehrend ist es in dieser Hinsicht, den verschiedenen mythologischen
Bedeutungen des Uza-Auges (cf. oben p. 838 und A. 2) naehzugehen. Eine
Reihe derselben findet man besprochen bei Lefebure, ,Yeux d’Horus*, und
Grebaut, ,Des deux yeux du disque solaire 1 im Recueil (v. p. 4) I P- A--
Drei Festkalender des Tempels von Apollinopolis Magna in Oberiigypten,
1877. Ich weiche von der Uebersetzung von Brugsch nur dort ab, wo
ich sie für unrichtig halte.