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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  I.

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eine  Stelle  der  ersten  Seite, 1  welche  folgendermassen  lautet:
,So  viele  Seiten  da  sind  (wie  bemerkt  sind  es  ihrer  110)  von
diesem  meinem  Kopfe,  von  diesem  meinem  Halse,  von  diesen
meinen  Armen,  von  diesem  meinem  Fleische,  von  diesen
meinen  Gliedern  so  oft  erbarmt  sich  Rä,  welcher
spricht:  ich  behüte  ihn  vor  seinen  Feinden/  Die  Sache  ist
klar:  llOmal  bewahrt  Rä  den  Besitzer  der  Rolle  vor  den
Feinden,  d.  h.  den  Krankheiten,  die  persönlich  gedacht  werden,
dann  hat  der  Aegypter  sein  Ziel  erreicht,  seine  Zeit  ist  gekommen. ­

Neben  dem  ,maxime  vulgatum  spatium*  verzeichnet  Tacitus
auch  die  Ansicht  derjenigen,  ,qui  adseverent  mille  quadringentos
sexaginta  unum  2  interick,  die  er  allein  unter  den  verschiedenen
überlieferten  Ansätzen  (varia  traduntur)  einer  Erwähnung  für
werth  hält.  Und  mit  Recht,  denn  wir  haben  hier,  was  bei
dem  ,maxime  vulgatum  spatiun/  nicht  der  Fall  war,  ägyptischen
Boden  unter  den  Füssen.  Es  liegt  uns  hier  vor,  wie  bei  der
grossen  Periode  der  Inschrift  von  Edfu,  die  Uebertragung  der
Vorgänge,  die  sich  im  Laufe  eines  Jahres  vollziehen,  auf  eine
grosse  Periode  von  1461  Wandeljahren  oder  365  Tetraeteriden
fester,  julianischer  Jahre.
So  fliesst  der  eine  Ansatz  der  Phönixperiode  bei  Tacitus
mit  der  grossen  Periode  von  1461  Wandeljahren  zusammen, 3
die  man  je  nach  den  verschiedenen  Zeiten  und  Schriftstellern

1  I,  4-8.
2  Das  sexaginta  nimm  zeigt  uns,  wie  genau  Tacitus  seiner  Vorlage  —  die
direct  oder  indirect  wohl  Manetho  gewesen  sein  wird  —  folgt.  (Er  wird
die  Angabe  dort  gefunden  haben,  wo  er  auch  die  Darstellung  der  Einführung ­
  des  Sarapis,  Hist.  IV,  83—84,  fand.  Cf.  Tacitus  und  der
Orient  I,  p.  9.)  Römische  Leser  mussten  die  Angabe  des  Tacitus  missverstehen, ­
  sie  mussten  die  1461  Jahre  als  julianische  auffassen,  während
es  ägyptische  Wandeljahre  waren.  Tacitus,  dem  die  mythologischen  und
chronologischen  Kenntnisse  fehlten,  um  die  wahre  Bedeutung  der  Dauer
der  Phönixperiode  zu  erfassen,  wird  wohl  selbst  das  Missverständniss
begangen  haben,  —  er  musste  sonst  1460  Jahre  schreiben,  oder  eine
erläuternde  Bemerkung  hinzufügen.  Anders  standen  die  Dinge  bei  seiner
Vorlage,  wenn  sie  von  einem  Aegypter  herrührte,  und  nur  bei  einem
Aegypter,  der  sich  durchgehends  bei  Datirungen  des  Wandeljahres  bediente, ­
  war  der  Ansatz  1461  Jahre  ohne  jeden  Zusatz  möglich.
3  Die  Stellen  bei  Lepsius,  Chronologie,  p.  167  fl.
Sitzungslier.  d.  phil.-hist.  CI.  XCV1I1.  Bd.  III.  Hft.

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