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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Stoffe  nliagen.

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ratlien  seine  Mittheilungen  über  den  Diebstahl  an  Esswaaren
(Nr.  7)  und  über  die  Einführung  des  Fehnigerichts  und  der
Folter  (Nr.  17  mit  N.  2  und  3,  pag.  07).
Es  ist  danach  wahrscheinlich,  dass  der  Interpolator  in
Magdeburg  schrieb.  Zur  Gewissheit  erhoben  wird  die  Entstehung ­
  der  Interpolationen  in  Magdeburg  durch  die  Weichbildglosse ­
  in  Da,  wenn  sie,  wie  anzunehmen,  von  dem  Interpolator ­
  herstammt.  Denn  für  den  Magdeburger  Ursprung  der
Weichbildglosse  sind  folgende  Stellen  entscheidend:  vnfir  hem
zcu  magdeburg  (§.  3  zu  Art.  [15  und  16]),  Nu  habe  wir  in
vnfir  /tat  zcu  magdeburg  (§.  5  1.  c.),  Nu  ir  vornomen  habit
von  vnfirn  luxntwerrken  zcu  magdeburg  (§.  8  1.  c.),  vnfer
purgei'meißer  von  magdeburg  (ebenda),  die  ft  et  in  vnfir  ftat
zcu  magdeburgh  vor  eine  willtur  (§.  1  zu  Art.  55  ...62),  nach
vnfir  wilkur  zcu  magdeburg  (§.  2  zu  Art.  63),  vnfer  Schifmolen,
  dy  wir  vor  vnfir  ßat  haben  zcu  magdeburg  (§.  14,  als
Art.  90  gezählt,  zu  Art.  79...  81),  Dyz  halde  wir  fchepfin  zcu
magdeburg  alfuz  (§.  1  zu  Art.  83,  resp.  98),  ein  ander  gebot
vnfir  ßat  zcu  magdeburg  (§.  6,  als  Art.  108  gezählt,  zu
Art.  88  und  89,  resp.  103  und  104).'
Wenn  aber  der  Verfasser  der  Interpolationen  in  seiner
Weichbildglosse  (s.  oben  zu  Art.  83)  sagt:  Dyz  halde  wir
fchepfin  zcu  magdeburg  alfuz,  so  giebt  er  sich  dadurch
noch  bestimmter  als  einen  Magdeburger  Schöffen  zu  erkennen.
Wir  gewinnen  somit  das  Ergebniss,  dass  die  Magdeburger
Rechtsliteratur  des  XIV.  Jahrhunderts  (Martitz,  Güterrecht
S.  61  f.)  durch  zwei  Werke  eines  Magdeburger  Schöffen,  die
singuläre  Weichbildglosse  und  die  interpolierte  Sachsenspiegclglosse,
  vermehrt  wird.
Da  der  Interpolator  die  Einrichtung  des  Fehmgerichts  in
Magdeburg,  welche  im  Jahre  1329  26.  November  stattfand  (oben
pag.  67,  N.  2),  als  eine  nuwe  gewonheit  bezeichnet  (Nr.  17),  muss
seine  Arbeit  bald  nach  1329  entstanden  sein.  Die  Abfassungszeit ­
  der  interpolierten  Sachsenspiegelglosse  in  Da  rückt  damit
so  nahe  an  die  Entstehung  der  ursprünglichen  Glosse  des

1  Hierdurch  erledigt  sich  die  von  Martitz  (Güterrecht  des  Sachsenspiegels
S.  62,  N.  19)  offen  gelassene  Frage,  wo  die  singuläre  Wciehbildglosse
geschrieben  sei.
            
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