Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

820

Adler.

eine  Quint,  der  Sopran  als  Vorletzte  eine  Sext,  als  Letzte
eine  Octav  über  dem  Tenor,  also  in  dem  vorliegenden

l  h  9\  «i  I
!  7.  7,  „  \

Beispiele  {  h  h  a  }■.  In  diesem  Gesänge  kommen  sehr  viele
(  9  e  A  )

Verzierungsgänge  vor,  wie  Septimen  Vorhalte,  ja  sogar  viele
Accorde  ohne  Quint,  bei  denen  es  eben  unausgesprochen  ist,
ob  man  den  Zusammenklang  als  Dreiklang  oder  Sextaccord
specificiren  soll.  Den  vorhin  erwähnten  Idiotismus  in  dem
Gange  der  Sext  in  die  Quint,  bevor  sie  in  die  Octav  endet,
finden  wir  auch  hier;  er  ist  noch  interessanter  dadurch  dass
der  Bass  der  Vorschrift  gemäss  eine  Quint  unter  dem  Tenor
hat,  wie:

fi  91

fW  i  «i  9\

a  =  =
d  c  d

4.  Aestketiscli-kritische  Besprechung  der  hier  angeführten
Weisen  Fauxbourdon,  Gymel  und  der  drei  einzelnen  dreistimmigen ­
  Compositionen,  sowie  des  Fauxbourdon  im  Allgemeinen. ­
  Schlussbetrachtung.
Bei  keinem  der  angeführten  Gesänge  ist  ein  Text  beigegeben; ­
  es  wirft  sich  daher  die  Frage  auf:  sind  die  in  dem
allegirten  Tractate  angeführten  Gesänge  nur  solfeggirt  worden?
Eine  bestimmte  Antwort  kann  man  hierüber  nicht  geben.  Man
weiss,  dass  die  Organa  manchmal  mit,  manchmal  ohne  Text  gesungen ­
  worden  sind.  Gegen  die  Ansicht,  dass  diese  Gesänge  nur
auf  einem  oder  abwechselnd  auf  mehreren  Vocalen  ausgeführt
worden  sind,  Hesse  sich  wohl  einwenden,  dass  ein  Analogon
in  der  Musikgeschichte  schwer  gefunden  werden  könnte,  es
sei  denn,  man  wollte  die  auf  die  Endsylbe  des  Wortes  Alleluja
gesungenen  Sequenzen  anführen.  Diese  mussten  sich  aber  sehr
bald  eine  Unterschiebung  von  Textworten  gefallen  lassen,  adaequat
  dem  damaligen  Bedürfnisse,  Vocalmusik  in  künstlerischer
Reproduction  nicht  ohne  Worte  vorzutragen,  so  dass  nicht  einmal ­
  jenes  solfeggirte  Anhängsel  ohne  Worte  blieb.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.