Studie zur Geschichte der Harmonie.
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eine Terz, bald eine Quint oder eine Octav haben kann, als vorletzte
Note zur Bezeichnung' der Cadenz eine Quint haben soll.
Die zweite, von dem Fauxbourdon und Gymel verschiedene,
selbstständige Art dreistimmiger Composition ist im XII. Cap.
beschrieben. (Beispiel R.) Neben der Forderung, den Tenor
nicht zerrissen zu gestalten und denselben richtig zu intoniren
(wahrscheinlich wegen der Schwierigkeit der weiteren Fortführung
dieses Gesanges infolge der Weite der Harmonien)
steht auch die Erlaubnis, den Tenor nach Belieben zu diminuiren.
Der Sopran schreitet in Decimen mit dem Tenor; nur
die erste Note des Sopranes bildet die Octav. Der Contratenor
schreitet in Sexten mit dem Tenor; die erste Note des Contratenor
ist die Octav oder Quint zum Tenor; nur zum Schlüsse ist
jener bekannte Idiotismus der Rückschreitung des Contratenor in
die Quint, worauf er aber vor der letzten Note wieder in die Sext
schreitet; den Schluss bildet die Octav. Hier ist der Contratenor,
wie im Texte steht, weder hoch noch tief, er ist eben in
der Mitte und kann also nicht in hohen Terzen mit dem Tenor
gehen, denn es entstünden dadurch Octaven mit dem Sopran.
,Hec compositio utilis et levis'; das Letztere ist klar,
denn es sind eigentlich ausgeweitete Sextaccorde, ein versetzter
oder besser umgesetzter einfacher Fauxbourdon. Ob sie utilis
ist, ist fraglich.
Die dritte, gesondert behandelte, Art dreistimmiger Composition
ist die im XIII. Cap. Beschriebene (Beispiel S). Der
Tenor steht in der Mitte zwischen Sopran und Bass. Der
Cantus firmus soll breit und gut intonirt werden; er kann auch
diminuirt sein, aber nicht zertrennt. Bei der Uebertragung
in die moderne Notation habe ich den Tenor so beibehalten,
wie er dasteht, ohne Diminutionen; man könnte nach der Angabe
des Textes ihn auch ab und zu diminuiren, jedoch nicht
so wie den tiefen Contratenor und den Sopi'an, welch Letzteren
,fac ita diminutum, sicut volueris'. Gerade durch die
lang ausgehaltenen Cantus firmus-Töne gewinnt der Gesang
an Consistenz. Bass und Sopi'an umschreiten den Tenor
und bilden fortwährend Decimen; der Sopran und Bass
bilden zum Tenor Octaven, Sexten, Quinten, Terzen, ect.
Hie Schlusscadenz ist genau vorgeschrieben : Der Bass
hat als Drittletzte eine Terz oder Octav, als Vorletzte