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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Studie  zur  Geschichte  der  Harmonie.

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7.  Modus  autem  istius  faulxbordon
  aliter  possit  assumi  apud
nos,  non  tenendo  regulas  supradictas,
  sed  tenendo  proprium
cantum  firmum  sicut  stat  et
tenendo  easdem  consonantias
superius  dictas,  tarn  in  suprano
quam  in  contratenore,  possendo
tarnen  faeere  sincopas  per  sextas
et  quintas,  penultima  vero  existente ­
  sexta,  et  sic  Contratenor
sic  faciendo,  ut  patebit  per
exemplum.

8.  In  isto  enim  faulxbordon
potest  aliquotiens  fieri  contratenor,
  bassus  et  alius, 1  ut  inferius
  videbitur:  (G.)
9.  Contra  vero  dicitur  sicut
supranus  accipiendo  quartam
subtus  supranum  que  venit  esse
quinta  et  tertia  supra  tenorem.
Iste  enim  modus  communiter
faulxbordon  appellatur.  Supranus ­
  enim  ille  reperitur  per  cantum
  primum.
10.  Ad  compositionem  vero
alterius  modi,  qui  modus  Gymel
appellatur,  dantur  alique  regule.
11-  Prima  regula  est  quod
ln  Gymel  sex  sunt  consonantie
Quinta,  tertia  tarn  alta  quam
bassa,  sexta  et  octava,  decima
bassa  et  octava  bassa.
Sollte  wohl  heissen  ,altus‘.

7.  Diese  Fauxbourdon-Weise
könnte  bei  uns  anders  genommen ­
  werden,  indem  sie  nicht
die  obgenannten  liegein  beobachtet, ­
  sondern  indem  man
den  eigentlichen  Cantus  firmus
nimmt,  so  wie  er  ist,  und  die
oben  genannten  Consonanzen
behält,  sowie  im  Sopran  also
auch  im  Contratenor,  aber  dazu
Synkopen  (Zuschläge)  durch
Sexten  und  Quinten  machen
kann;  die  Vorletzte  aber  sei
stets  eine  Sext;  ebenso  kann
man  den  Contratenor  bilden,
wie  aus  dem  Beispiele  erhellt.
8.  In  diesemFauxbourdon  kann
manchmal  auch  ein  Contratenor
tief  und  hoch  gesetzt  werden,  wie
weiter  unten  sich  zeigen  wird(G).
9.  Der  Contratenor  aber  soll
wie  der  Sopran  sein  ;  er  erhält
die  Quart  unter  dem  Sopran,
diese  Quart  ist  im  Verhältnisse
zum  Tenor  Quint  respective
Terz.  Die  Weise  wird  gemeiniglich ­
  Fauxbourdon  genannt.  Der
Sopran  wird  nämlich  hier  als
der  erste  Gesang  angesehen.
10.  Zur  Composition  der  anderen ­
  Weise,  Gymel  genannt,
folgen  einige  Regeln.
11.  Erste  Regel  ist,  dass
beim  Gymel  sechs  Consonanzen
Vorkommen:  Quint,  hohe  und
tiefe  Terz,  Sext,  Octav,  tiefe
Dezim  und  tiefe  Octav.

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