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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r.

nach  dem  Tode  gegebenen  Namen  ji  ||r  Tsching-hien.  Ihre
Mutter  war  die  Tochter  Kao-tsu’s,  die  Kaisertochter  |1|  Mö
von  Kuei-ki.
Die  Kaisertochter  starb  frühzeitig.  Die  Kaiserin  war  um
die  Zeit  noch  sehr  jung  und  härmte  sich  über  die  Massen  ab.
Nach  Ablegung  der  Trauerkleider  sass  sie,  wenn  in  dem  Jahre
der  Sterbetag  gekommen  war,  um  den  Neumond  und  Vollmond
immer  einsam  und  weinte  von  Traurigkeit  bewegt.  In  ihrer  Umgebung, ­
  im  Inneren  und  Aeusseren  ehrten  sie  Alle  und  staunten.
Im  dritten  Jahre  des  Zeitraumes  Thai-kien  (571  n.  Chr.)
gab  man  sie  dem  kaiserlichen  grossen  Sohne  zur  königlichen
Gemahn.  Als  der  spätere  Vorgesetzte  zu  seiner  Stufe  gelangte,
erhob  er  sie  zur  Kaiserin.  Die  Kaiserin,  von  ruhiger  Gemüthsart,
  hatte  wenige  Begehren,  war  scharfsinnig,  aufgeweckt  und
besass  ein  starkes  Gedächtniss.  Sie  durchging  die  mustergiltigen
  Bücher,  die  Geschichtschreiber  und  war  geschickt  in
der  Kunst  des  Pinsels.  Als  der  spätere  Vorgesetzte  sich  in
dem  östlichen  Palaste  befunden  hatte,  war  Kiün-li,  der  Vater
der  Kaiserin,  gestorben.  Die  Kaiserin  beging  die  Trauer  in
einer  besonderen  grossen  Halle  und  härmte  sich  in  ihrer
Traurigkeit  mehr  ab,  als  die  Gebräuche  vorschreiben.
Der  spätere  Vorgesetzte  begegnete  der  Kaiserin  bereits
geringschätzig,  jedoch  die  theure  Königin  von  dem  Geschleckte
Tschang  wurde  begünstigt  und  bewirkte,  dass  der  rückwärtige ­
  Palast  sich  seitwärts  neigte.  Die  Lenkung  des  rückwärtigen ­
  Palastes  ging  zugleich  auf  sie  über.  Die  Kaiserin
war  ruhig  und  hatte  noch  niemals  über  etwas  Abneigung  oder
Unmuth  bekundet.  Sie  lebte  jedoch  sparsam  und  eingeschränkt.
Ihre  Kleider  entbehrten  des  Schmuckes  von  Goldbrocat  und
buntem  Stickwerk.  Ihre  Umgebung  und  die  nahen  Aufwartenden ­
  waren  kaum  hundert  Menschen.  Ihre  Beschäftigung  war
blos  das  Durchsuchen  und  Durchforschen  der  Geschichtschreiber ­
  und  das  Lesen  der  Bücher  Buddha’s.
Nach  dem  Untergange  von  Tsch’in  trat  sie  zugleich
mit  dem  späteren  Vorgesetzten  in  Tschang-ngan  ein.  Als  der
spätere  Vorgesetzte  starb,  verfasste  sie  eine  Trauerrede,  deren
Worte  sehr  entschiedenen  Schmerz  ausdrückten.  Wenn  der
Kaiser  Yang  von  Sui  umherzog  oder  einen  Ort  besuchte,  hiess
er  immer  die  Kaiserin  von  dem  Geschleckte  Tsch’in  dem  Wagen
            
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