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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  Entwicklung  der  Landrechteglosnc  des  Sachsenspiegels.

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J'cliuldig  bift  einte  ein  gelt  vnd  hajt  im  daz  globit  zcu  bezcaUn
zeit  Meilan  adir  zcu  ephefimder  darf  dich  nicht  manen  zcu
Meideburch.
17)  [I.  66,  §.  1  ,mit  fybin  mannen  fal  man  ubirzcugin‘.\
  Nu  abir  fint  dy  fcheppfin  vnd  rotlute  dez  zcu  ratlie
worden  vnde  habin  eine  nutce  gewonheit  ufgebrocht  vnd  kyfin  nu
me  zcu  meydeburgh  veymgrefen, 2  der  ambecht  alfus  ift:  wen
man  eme  antwort  in  daz  geuengnijfe  mime  dube  adir  vmme  roub,
den  vorfuchit  inan  mit  manchirhande  pine  vnd  martert  den
vmme  bekentniffe.  Daz  dunkit  mir  nicht  recht  fin.  wen
man  vint  nyndert  in  fachfin  rechte  noch  in  keime  rechte  noch
in  wichbilderechte,  daz  man  fye  vorder  pinigin  fülle,  wen  waz
pine  daz  recht  gefalzt  hot,  dy  fullin  fye  den  miftetir  anlegin  vnd
anders  keine,  darumme  fo  ftehit  jnfra  -S[achfin]/[pigel]  £[ib  ro]
ij  ar[ticulo]  xiij  <[itulo]  ,von  vngerichtes  pine 1  §.  ,Nu
vor[ne]?)uf‘  etc.  e[erfu]  J)en  dyp  fal  man  hengin‘  etc.  [=Homeyer
  II.  13,  §.  1]  Da  ftehit  nicht,  man  fol  en  vor  fyden
adir  bratin,  daz  er  uf  ßch  bekenne. 3  u.  s.  w.
18)  [I.  68,  §.  2]  Hinter  zcu  dem  drittin  mol  fo  wirt  auch
dy  fmaheit  grozfer  durch  der  perfonen  witte,  alz  ab  daz  kint
finen  vater  fluge  schaltet  der  Interpolator  ein:  adir  ab  man
einen  burgirmeiftir  flughe.

1  Die  Ortsangabe  ,Ephcsns'  ist  aus  der  Belegstelle  der  Institutionen
(§.  33  verb.  -Loco*  IV.  6  ,De  actionibus*)  herübergenommen.  Meilan
erinnert  an  den  Bichtsteigsprolog  (Homeyer,  Bichtsteig  Landrechts
S.  82,  31).
1  lieber  die  hier  genannten  Febmgeriehte  (,Fehmgrafen‘,  .Fehmscliöffen“)
Tgl.  im  allgemeinen  Nie.  Wurm  s  Blume  des  Sachsenspiegels  bei  Homeyer,
Biehtsteig  Landrechts  S.  375  ff.  nebst  S.  378  f.  In  Magdeburg  erfolgte
die  Einrichtung  des  Fehmgerichts  im  Jahre  1329.  Die  Urkunde  darüber
ist  gedruckt  bei  Hoffmann,  Gesell,  der  Stadt  Magdeburg.  Neue  Ausg.
I,  511  f.
3  Die  Spruchpraxis  der  Magdeburger  Schöffen  zeigt  hinsichtlich  der  Statthaftigkeit ­
  der  Folter  eine  Wandelung.  Nach  den  Magdeburger  Fragen
HL  9,  1  (Behrend  S.  202)  ist  die  Folter  vor  Ceberfuhrnng  des  Beschuldigten ­
  ausgeschlossen.  Vgl.  auch  Böhlau  in  der  Zeitschrift  für  Bechtsgeschichte
  IX,  33  nebst  N.  100  (1869).  Später  wird  unter  dem  Einfluss ­
  des  römischen  Bechts  die’  Anwendung  der  Folter  zur  Erzwingung
des  Bekenntnisses  aceeptiert  (Martitz,  Eheliches  Güterrecht  S.  66,  N.  5
am  Ende).

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