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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Die  letzten  Zeiten  des  Reiches  der  Tsch’in.

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Schö-kien  hatte  ursprünglich  mit  Schö-ling,  König  von
Schi-hing,  zugleich  Gäste  zu  sicli  berufen  und  versammelt.  Ein
Jeder  stritt  um  Einfluss  und  Gunst.  So  oft  eine  Zusammenkunft ­
  an  dem  Hofe  war,  mochten  die  Wagenreihen  keinen  Vorzug ­
  und  Nachzug  bilden,  sie  mussten  auf  getrennten  Wegen
dahineilen.  Die  Leute  des  Gefolges  stritten  bisweilen  um  den
Weg  und  rauften,  so  dass  es  selbst  Todte  gab.
Als  Kao-tsung  erkrankte,  schlossen  sich  Schö-kien,  Schöling
  und  Andere  zugleich  an  den  späteren  Vorgesetzten  und
warteten  bei  der  Krankheit  auf.  Schö-ling  hatte  insgeheim
andere  Vorsätze.  Er  gab  daher  dem  den  Arzneien  Vorgesetzten
Angestellten  den  Befehl:  Das  Messer,  mit  welchem  man  die
Arzneien  schneidet,  ist  sehr  stumpf.  Man  kann  es  schärfen.  —
Um  die  Zeit  als  Kao-tsung  plötzlich  starb,  befahl  Schö-ling
wieder  den  Leuten  der  Umgebung,  draussen  ein  Schwert  zu
holen.  Die  Leute  der  Umgebung  merkten  die  Sache  nicht.
Sie  nahmen  das  hölzerne  Schwert,  welches  man  an  dem  Gürtel
des  Hofkleides  trägt  und  reichten  es  ihm.  Schö-ling  ward
zornig.  Schö-kien,  der  sich  neben  ihm  befand,  hörte  es  und
hatte  Verdacht,  dass  es  Veränderungen  gebe.  Er  beobachtete,
was  Jener  thun  werde.
Als  man  am  nächsten  Tage  kleine  Dinge  begehrte,  nahm
Schö-ling  ein  Messer,  mit  welchem  man  die  Arzneien  zerschneidet, ­
  in  den  Aermel,  lief  vorwärts  und  hieb  nach  dem
späteren  Vorgesetzten.  Er  traf  ihn  in  den  Nacken.  Der  spätere ­
  Vorgesetzte  war  in  Traurigkeit  zu  Boden  gesunken.  Die
Kaiserin  und  die  Amme  des  späteren  Vorgesetzten,  die  zu  dem
Geschlechte  J^.  U  gehörende  Gebieterin  von  ijj!|  ^  Lö-ngan,
deckten  ihn  Beide  mit  ihrem  Leibe.  Dadurch  ward  es  ihm
möglich,  zu  entkommen.  Schö-kien  erfasste  Schö-ling  von  rückwärts, ­
  hielt  ihn  fest  und  entriss  ihm  zugleich  das  Messer.  Er
wollte  ihn  tödten  und  fragte  den  späteren  Vorgesetzten:  Mit
ihm  sofort  ein  Ende  machen,  ist  die  Behandlung.  —  Der  spätere ­
  Vorgesetzte  war  nicht  fähig,  zu  antworten.  Schö-ling  besass
  von  jeher  grosse  Stärke.  Er  riss  sich  nach  einer  Weile
l°s,  und  es  gelang  ihm,  zu  entschlüpfen.
Schö-ling  lief  durch  das  Thor  des  Wolkendrachen  hinaus
und  trat  in  die  Feste  des  östlichen  Sammelhauses.  Die  Leute
seiner  Umgebung  zu  sich  rufend,  schnitt  er  den  Weg  der
            
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