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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

692

Seil  e  ix  kl.

jritii  und  si  istam  semel  auf  drei  unleserliche  Buchstaben  (die
wie  CAR  aussehen)  ....  KCLE  folge,  während  Geppert  ganz
deutlich  PROPITINAM  KERCLE  zu  lesen  glaubte  und  demzufolge
den  Vers  genau  so  wie  Bentley  hersteilen  wollte.  Sicher  ist
nur,  dass  der  Ambrosianus  ncim  nicht  hinter  hercle  hat,  wie
die  Palatini,  und  auch  mir  erscheint  die  von  Bentley  empfohlene
Umstellung  unzweifelhaft  richtig,  wenn  auch  nicht  vollkommen
genügend  zur  Wiederherstellung  des  Verses.  Denn  der  Satz
,Di  tibi  propitii  sunt‘  hat  einmal  —  mit  oder  ohne  hercle  —
keinen  passenden  Sinn,  wie  schon  Bugge  bemerkt  hat;  doch
weicht  er  wohl''•von  der  Ueberlieferung  zu  weit  ab,  wenn  er
den  Gedanken  ,Du  bist  ein  kluger  Mann'  dadurch  hineinbringen
will,  dass  er  Tu  tibi  prospicis  caute  vorschlägt.  Das  Richtige
liegt  viel  näher;  es  ist  antiker  Denkweise  ganz  angemessen,
wenn  Palaestrio  auf  die  Rede  des  Periplecomenus,  der  das
Glück  des  Junggesellenstandes  preist,  mit  dem  Wunsche  antwortet ­
  ,Die  Götter  mögen  Dir  auch  den  fortwährenden  Genuss
dieses  Glückes  zu  Tlieil  werden  lassen'  und  so  die  Ueberhebung
des  Anderen  durch  fromme  Ergebung  in  den  Willen  der  Himmlischen ­
  wieder  gut  zu  machen  sucht.  Um  diesen  Sinn  zu  erreichen, ­
  brauchen  wir  blos  die  Bentley’sche  Conjectur  mit  der
Lesart  des  Codex  Lipsiensis  zu  verbinden  und  den  Vers  so  zu
schreiben:
Di  tibi,  propitii  sint:  nam  hercle  si  istam  semel  amiseris
Libertatem  e.  q.  s.
XXIII.
Zum  richtigen  Verständnisse  der  Verse  1343—1345  des
Miles  hat  Lorenz  den  Schlüssel  gegeben  in  der  Anmerkung
zu  v.  1332  seiner  Ausgabe,  wo  er  sehr  treffend  bemerkt:  ,Hier
erwacht  sie'  —  aus  ihrer  fingirten  Ohnmacht  —  ,und  weiss
sich  gleich  vortrefflich  so  zu  stellen,  als  sei  sie  noch  halb  betäubt
vor  Schmerz  und  zugleich  entsetzt,  darüber,  sich  in  den  Armen
eines  Fremden  zu  befinden.  Nicht  so  ganz  der  unerfahrene
Pleusicles,  der  wiederum  zur  Unzeit  recht  zärtlich  wird.'
Weniger  befriedigend  ist  die  von  Lorenz  aus  Ritschl’s  Ausgabe
herübergenommene  Textesgestaltung,  welche  —  abgesehen  von
            
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