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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

688

Schenkl.

Der  Vetus  Codes  schiebt  tu  vor  tuom  ein;  auch  bei  dieser
Lesart  ist  die  Scansion  Fecisti  iam  officium  tu  tuolii  möglich,
ohne  dass  man  ein  Fexti  anzunehmen  braucht.  Schwieriger
steht  die  Sache  bei  Mil.  456,  den  Ritschl  so  gestaltet  hat:
Ecce  omitto.  :  :  At  ego  dbeo  omissa.  :  :  Muliebri  fecit  fide.
Fecisti  haben  CD  und  B  von  zweiter  Hand  (die  ausserdem
muliebre  und  fide  schreibt);  aber  die  erste  Hand  von  B  hat
feci  überliefert.  Die  Lesart  fecit  entbehrt  also  nicht  ganz
der  Stütze  durch  die  handschriftliche  Ueberlieferung.  Was
den  Sinn  betrifft,  ist  sie  entschieden  vorzuziehen;  denn  Sceledrus
  schreit  die  drei  "Worte  nicht  der  wegflüchtenden  Pliilocomasium
  nach,  sondern  bleibt,  starr  und  stumm  vor  Entsetzen,
noch  eine  Weile  mit  offenem  Munde  stehen,  bis  er  endlich,
zu  Palaestrio  gewendet,  die  Worte  hervorbringt:  Muliebri  fecit
fide.  Was  endlich  den  Menaechmenvers  668  betrifft,  so  gesteht
Koch  selbst  ein,  dass  die  überlieferten  Worte  sese  fecisse  die
Aenderung  se  fecisse  ebenso  wahrscheinlich  erscheinen  lassen
als  das  von  ihm  vorgeschlagene  sese  fexe.

XX.
Eine  grobe,  handgreifliche  Interpolation  steckt  in  der
Rede,  die  Periplecomenus  dem  Sceledrus  hält,  Pseud.  v.  501  ff.,
wo  er  die  Gründe,  derentwegen  Sceledrus  die  uirga  und  den
Stimulus  verdient  hat,  aufzählt:
Quod  meas  confregisti  imbrices  et  tegulas,
505  Ibi  diim  condignam  te  sectaris  simiam:
Quodque  inde  inspectauisti  meum  aput  me  hospitem,
Amplexam  amicam  quam  osculabatur  suam:
Quod  cöncubinam  erilem  insimulare  ausus  es
Probri  pudicam  meque  summi  flägiti:
510  Tum  quod  tractauisti  bospitam  ante  aedfs  meas:
Nisi  mihi  supplicium  e.  q.  s.
Das  Gefühl,  dass  die  beiden  Zeilen  v.  508  und  509  den
natürlichen  Uebergang  der  Rede  vom  hospes  zur  hospita  zerreissen,
  wird  jeder  beim  Durchlesen  der  Stelle  empfinden.
Sie  sind  aber  an  unserer  Stelle  nicht  blos  lästig,  sondern  in
der  That  unmöglich;  denn  Periplecomenus  kann  doch  kein
            
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