Die Entwicklung der Lundrechtuglosne des Sachsenspiegels.
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vnd ift genoeft nach yotis gehört Nunhundert iar vnd Ixxviij. 1
auch gab er den fteten wichbilde recht vnd befte\t\\gite in daz
mit der vnczigiftin rate vnd gab claruf J'uv orkünde mit fyme
rechtin hantfchuch, vnd er waz an den ryche nun [jar]. 2 Nu
mochftu lichte wagin nach einer gemeinen rede, ab wichbilderecht,
daz wir auch vronrecht 3 heifin, ein ander recht fy, wen
daz gemeine laut recht. Ich arguwire zcu dem irftin vnd wil auch
probiren, daz vronrecht fy alz ein gemeine lantrecht. wen alle
feczungen dez vronrechtis vnd vrteil haben iren vrfpring vnd wifin
in daz lantrecht. wifit iz denne in daz lantrecht, fo ift auch
vronrecht lantrecht. -Czu dem anderen male daz priuilegium, daz
lantrecht genant ift, Daz ift gegebin dem lande, vnd da keinz
vzgenomen ift, wider fiat noch burgh noch torf, vnd ift iz denne
dem lande gebin vnd keinz vzgenomen, fo ift iz auch den fteteren
gebin. In oppofitum. hywider fpreche ich vnd arguwire alfus:
lantrecht treyt mit wichbilderechte nicht ubirein. wen weren
fye eintrechtig, fo hefte koning Otte keyne feczunge bedorft, dy
er gejatzte. 4 wen Dy namen tragin ein, darumme tragen auch
dy recht enczwey. wen dy namen fullin bequemelich fin den dingen,
nt ff. ,de uerborum fignificacione 1 [L. 16], Extra e[odem]
#[itu 1 o] [V. 40] c. ,Quid per nouale‘ [21] pro correlario [lies:
corollario]. Dez faltu toiffen, Daz dy recht ufkomen fin dryerleye
wyfe, entzwer von naturen ader von einer ee adir von wilkiir.
von Naturen alzo an allin dingen wol fcliin, alz vor jn
dem irften tytulo vzgewifit ift ä et Inst. j. £?/[tu lo] ,de iure
1 Diese Zeitangabe ist der unten (N. 4) erwähnten Be3tätigungsnrkunde
Otto’s des Kothen entlehnt.
2 auch bis [jar]. Vgl. die Weltehronik zur Weichbild-Vulgata, Daniels
Sp. 37. Glosse ebenda Sp. 228, Z. 38 ff.
3 cf. Glosse zur Weichbild-Vulgata Art. 9, Daniels Sp. 222, Z. 31 ff.
4 Vgl. die angebliche Stiftnngsurkundc Otto’s des Grossen fiir Magdeburg
vor der Weichbild-Vulgata (Daniels Sp. 57/58 ff.) und die Bestätigungs-Urkunde
von Otto dem Kothen in der Glosse zur Weichbild-Vulgata
Art. 10 (Daniels Sp. 229 f.). Hierüber s. Waitz, ,Ueber die angeblichen
Privilegien Otto’s für Magdeburg“, in Ranke’s Jahrbüchern des deutschen
Reichs I. 3, 1839, S. 18S...191 und F. W. Hoffmann, Geschichte der
Stadt Magdeburg. Neue Ausg. I. 47G f. 1871.
5 Das Citat bezieht sich auf die Bucb’sche Glosse zum Textus prologi, der
zwar als der irfte tylulus bezeichnet ist, thatsächlich aber nicht mitgezählt
wird, da I. 1 mit der irfte articulus überschrieben ist.