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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Sch  enkl.

seine  Absichten  auf  den  Säckel  des  Alten  vielmehr  ausdrücklich ­
  eingesteht.
Es  genügt  schon  dies,  um  erkennen  zu  lassen,  dass  wir
es  hier  mit  einer  Interpolation  zu  thun  haben;  aber  es  lassen
sich  noch  andere,  nicht  minder  schwer  in’s  Gewicht  fallende
Gründe  dafür  Vorbringen.  Woher  weiss  denn  Simo,  dass  sein
hoffnungsvoller  Sprössling  gerade  ihn  um  die  zwanzig  Minen
betrügen  will,  und  dass  Pseudulus  dieses  Geschäft  für  seinen
jungen  Herrn  auf  sich  genommen  hat?  Er  kann  doch  nicht  mehr
wissen,  als  der  allgemeine  Stadtklatsch  besagt  und  was  er  selbst
v.  418  ff.  dem  Callipho  mittheilt:
Ita  nunc  per  nrbem  sölum  sermoni  ömnibast
Enm  uelle  amicam  lfberare  et  quaerere
Argentum  ad  eam  rem.
Und  —  selbst  davon  abgesehen  —  was  soll  die  läppische
Einrede  des  Pseudulus  —  als  ob  er  nicht  recht  gehört  hätte
—  bedeuten?  Zur  Gewissheit  aber  wird  der  Verdacht,  den  wir
gegen  jene  Verse  ausgesprochen  haben,  dadurch,  dass  sie  sich
in  unmittelbarer  Nachbarschaft  einer  offenkundigen  Interpolation
befinden;  ich  meine  den  eingeklammerten  Vers,  welcher  in  derselben ­
  Scene  v.  527  wiederkehrt  und,  da  er  dort  offenbar  besser
am  Platze  ist,  an  unserer  Stelle  mit  Recht  aus  dem  Texte
entfernt  worden  ist.  Also  dürfen  wir  beide  Interpolationen
in  eine  einzige  verschmelzen.
Da  es  nun  einmal  feststeht,  dass  der  Interpolator  das
Material  für  sein  Flickwerk  aus  derselben  Scene  geholt  hat,
so  wird  es  wohl  der  Mühe  werth  sein  nachzuforschen,  ob  er
ausser  dem  von  Ritschl  gestrichenen  Verse  noch  Anderes  verwendet, ­
  was  nicht  durch  einen  glücklichen  Zufall  au  beiden
Stellen,  der  ursprünglichen  und  der  interpolirten,  zugleich  erhalten ­
  geblieben  ist.  Aus  v.  486  lassen  sich  die  Worte  des
Pseudulus  Abs  te  ego  auferam  (so  die  Handschriften),  aus  dem
folgenden  Verse  die  Simo’s  Ita  quas  meo  gnato  des  als  entbehrlich
ausseheiden;  beides  passt  sehr  gut  nach  v.  508,  wovon  sich
Jeder  beim  Durchlesen  der  folgenden  Verse  überzeugen  kann:
PSEYDVLVS.
—  tu  mi  hercle  argentum  dabis.
Aps  te  equidem  sumam.
            
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