Plautinische Studien.
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XIIII.
In derselben Scene steckt ancb eine bisher unerkannt gebliebene
Interpolation, die wenn irgend eine das Beiwort ,pinguis“
verdient. Sie ist in den Versen 484 ff. erhalten, die bei
Ritschl so lauten:
SIMO.
Ecquas uiginti minas
[Per sücophantiam dtque per doctös dolos]
Paritäs ut a med aiiferas?
PSEVDVLVS.
Abs te aüferam?
SIMO.
Ita quäs meo gnato des, qui amicam liberet?
Fat er e? die.
PSEVDVLVS.
Kai rouxo va(, zat touto va(.
Wir wollen vorläufig, ohne auf die Textesgestaltung der
Verse einzugehen, blos ihren Inhalt betrachten, der ja durch die
verschiedenen Verbesserungsvorschläge keine wesentliche Aenderung
erfährt. Ich kann mich nicht überreden, diese Verse
in ihrem jetzigen Zusammenhänge als plautinisch zu betrachten.
Simo drückt v. 504 ff. seine feste Ueberzeugung aus, dass bei
ihm nichts zu holen sei, und wird durch die kecke Versicherung
des Sclaven, gerade von ihm wolle er das Geld bekommen,
umsomehr aus der Fassung gebracht. Wo bleibt aber die,geniale
Sicherheit“, mit der Pseudulus seinem Herrn das tu mi her de,
argentum dabis ,entgegenschleudert“ — was Lorenz S. 8 der
Vorrede mit so warmen Worten zu schildern weiss — wo bleibt
die ganze Wirkung dieser Worte auf Simo, wenn die Beiden
schon vorher mit einander ,conceptis uerbis' ausgemacht haben,
dass Pseudulus dem Simo die zwanzig Minen abschwindeln
solle? Denn auf das fatere? des Alten hat ja der Sclave mit
' m touro va! geantwortet. Wie demnach Lorenz a. a. 0. unsere
Stelle so interpretiren konnte: ,ja er scheint sogar ausser sich
zu gerathen vor Erstaunen und Entrüstung, als ihm Simo in’s
Gesicht sagt: „Du wolltest wohl mir die zwanzig Minen abschwindeln?“,
vermag ich nicht einzusehen, da doch Pseudulus