Plautinische Studien.
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Sclaven ganz unpassend ist. 1 Aber die von ihm empfohlene
Lesart immo sic sino leidet an dem nämlichen Fehler, da der
herablassende Ton für den Sclaven, dem ja gar keine Competenz
zusteht, ganz und gar ungeziemend ist (s. den Anhang
zu Lorenz’ Ausgabe). Dass in den drei letzten Worten ein
Fehler steckt, ist sicher; und da Pseudulus, der sich in der
ganzen Scene als braven Sclaven hinstellt, nothwendigerweise
darauf bedacht sein muss, seinem Abscheu über eine solche
Zumuthung einen möglichst lebhaft gefärbten Ausdruck zu
geben, so vermuthe ich, dass IMMOSICSIMO aus INSANISSIMVM
verderbt ist.
Indem wir v. 548 und 543 a einstweilen bei Seite lassen,
wenden wir uns zu v. 544, der in den Ausgaben nach der
Vermuthung Guyet’s so geschrieben wird:
Quasi quom in libro scribüntur calamo litterae.
Dass die von Lorenz gegebene Erklärung des quasi quom nicht
richtig und das quom zu entfernen ist, hat Langen (,Beitr/
S. 320) gezeigt; im Uebrigen hält er den Vers für unverderbt.
Indessen zeigen die differirenden Lesarten der Handschriften
deutlich genug, dass calamo im Archetypus von BCD über
der Zeile stand und folglich mit Recht als erklärende Glosse
eines Lesers angesehen werden darf; die zurückbleibenden
Worte aber lassen sich ohne Mühe so deuten:
Quasi in libello conscribuntur litterae.
1 Dagegen durfte Kiessling RitscM’s glänzende Herstellung von Most. v. 495:
Interdum inepte stültus es [Theopropides]
nicht antasten. Wenn hier Tranio seinen Herrn wider Sitte und Anstand
beim Namen nennt, ohne dass ein aussergewöhnlicher Umstand, wie ein
unverhofftes Wiedersehen in v. 447, diese Freiheit entschuldigt, so müssen
wir die ungeheuere Keckheit des Sclaven bewundern, der in kurzer Zeit
seinen Herrn so herumgebracht hat, dass er ihm die dicksten Grobheiten
ins Gesicht sagen darf, während jener mit einem abbittenden ,taceo‘ klein
beigeben muss. Im nächsten Verse, der in B so lautet:
TH. Taceo. TR. Sed ecce quae ille inquit,
während CD illun (in D von dritter Hand nc über der zweiten Silbe)
haben, ist wohl das inquit nur eine erklärende Glosse, die die ursprüngliche
Lesart verdrängt hat; vielleicht lautete der Vers:
Taceo. : : Sed ecce quae ille uaticinätus est.
Sitzungsber. d. phil.-hiet. CI. XCVIII. Bd. III. Hft.
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