Die Entwicklung der Landrechtsglosse des Sachsenspiegels.
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2) [I. 22, §. 3 ,mvfdeilin‘.\ Nu mochftn lichte, fprechin:
wy, nl> ir man ein fleifchecker were geweft vnd liette glafin
Rinder, ftoin vnd ander vyech? Dez faltu wiffin, welchirleye vych
der man hat, davon er alle tage von flehet zeu den henken, daz
gehört zeu dem erbe.* maftfunn abir dy gehorn zeu dem erbe
[lies: der mußeilvnge]. 2 Were dy J'tat dev frauwen lipgedinge
adir lipzcucht, da diz in beftirbit, fo nymt diz dy frawe alliz
halb, were abir dy Jtat ire nicht, noch were fy ir nicht vorfcliribin,
fo nyme fy nicht me, wen alz fy effin mochte. 3 Were
ir abir gelt globit vnd liette bewifunge, fo mufte fy der erbe
bekoftin, dyioile fy vngefundert were, fo fal fy der erbe abefundem
mit mynne adir mit gelde, e den fy rumen darf. Hette fy abir
burgin davor, fo mufte fy rumen zeu liant nach dem drizeigiftin. 4
Auch faltu wiffin, daz diz von gunft vnd auch von wilkur. wo
man heit, daz nach der wilkur, darvon fchribe wir nicht.
3) [I. 22, §. 4 ,herwete‘.\ Wy, ab ir man were geweft
ein platenfleger adir ein falwerchte adir ein roftufcher,
wy folde man daz holden? fprich: alz daz der text vzwifit an
den ftucken, dy zeu deme herwete gehorn, dy fal dy frawe gebin.
4) [I. 24, §. 1.] Were ir man ein gaftgebe geweft vnd
gemeinlichin gefte bilde, vnd hette betten, lilachin, kuffin, pfolen
vnd ander gebettewant in fyner gemeinen gaftkameren, vnd gemeine
fin fynen geften, dy horn alle zeu dem erbe, hat abir ein
frawe fogetan bettewant J'anderlichin in irem kaftin, da fy felbir
den fluffel zeu treit, daz gehört zeu der gerade, were daz
nicht, fo fal man ir ein bette ufflan mit notorf vnd mit allim
1 Eine ähnliche Ausführung bietet die Weichbildglosso in Dg unter
der Rubrik Von gerade vnd welch vy dar nicht zeu gehört, §. 5 zu
Art. 28... 30: J Vere auch ir man ein fleifcliower geweft, daz er hette
fchof zcygen adir ander vy, daz zeu der gei'ade horn folde, da der man
alle tage zeu den henken von fleyt vnd fin hantwerg mit uhit, wo dy Jini,
dy gehoim zeu dem erbe, waz er ajtnr vztud vm nucz, daz gehört zeu der
gerade. Vgl. die Glosse zur Weichbild-Vulgata Art. 23 bei Daniels
Sp. 292, Zeile 28 ff.
2 maflficin bis mufeilunge] Weichbild-Vulgata (Daniels) 26, §. 2 am
Anfang.
3 Were bis mochte\ Weichbild-Vulgata 24, §. 2.
4 Hette bis drizeigißin] Weichbild-Vulgata 24, §. 3.