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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Plantinische  Stndipn.

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hergestellt  wissen  wollte:  ,Abicite  iam  malas  curas,  ut  otiosi
nobis  operam  hodie  detis.  Si  qui  autem  negotiosi  sunt,  eos  exsurgere
  atque  abire  melius  est;  nam  Plautina  e.  q.  s.‘  Aber
abgesehen  davon,  dass  diese  Ergänzung  nur  an  einen  Vers  des
gefälschten  Prologes  angeknüpft  ist,  muss  sie  auch  in  sonstiger
Hinsicht  verfehlt  erscheinen;  denn  selbst  für  die  schwülstige
Ausdrucksweise  der  nachplautinischon  Prologe  ist  lumbos  exporgere
  atque  exsurgere  —  an  Stelle  des  einfachen  abire  gesetzt
—  eine  unpassende  Uebertreibung  und  ein  Aufwand  an  Worten,
der  nicht  einmal  etwas  Komisches  hat.  Auch  kann  doch  wohl
lumbos  exporgere  nichts  Anderes  heissen  als  ,die  Lenden  ausstrecken', ­
  ,sich  in  den  Plüften  recken',  wie  es  Personen,  die
lange  Zeit  auf  einem  Flecke  gesessen  sind,  zu  thun  pflegen.  1
So  müssen  wir  es  auch  im  Schlussverse  des  Epidicus  (nach
der  neuen  Lesung  des  Ambrosianus  durch  Löwe):
Pläudite  et  ualete:  lumbos  porgite  atque  exsurgite
auffassen  und  übersetzen:  ,Nun  reckt  Euch  ’mal  tüchtig  aus  und
trollt  dann  Euch  nach  Hause';  und  dieselbe  Erklärung  gibt  uns
auch  den  Schlüsse]  zum  Verständniss  jener  zwei  Verse.  Der
Prologus  beklagt  sich,  wie  sehr  der  Erfolg  eines  Stückes  vom
Zufalle  abhängig  sei.  Bald  ist  einer  unwillig,  dass  er  einen
schlechten  oder  gar  keinen  Platz  bekommen  hat;  bald  jammert
der,  welcher  früh  gekommen  und  im  Besitze  eines  guten  Platzes
ist,  dass  er  vom  langen  Sitzen  und  Warten  ganz  kreuz-  und
lendenlahm  sei.  ,Um  so  schlimmer  für  die  bevorstehende  Aufführung ­
  unseres  Stückes;  fürwahr,  statt  nachträglich  über  das
Stück  zu  schelten,
Exporgi  meliust  lumbos  atque  exsurgier:
Plautina  longa  fabula  in  scaenam  uenit.'
Dass  der  erste  der  beiden  Verse  eine  Nachahmung  des
Bpidicusverses  ist,  scheint  mir  unzweifelhaft;  ebenso  dass  der
1  Man  vergleiche  den  bekannten  Menaechmenvers:
Lumbi  sedendod,  oeuli  spectandö  dolent.
Beiläufig  sei  bemerkt,  dass  Ausonius  (Ludus  sept.  sap.  Chil.  1)  nach  der
Ueberlieferung  aller  Handschriften  den  Vers  in  keiner  anderen  Gestalt
kannte  als  in  der  von  den  plautinischen  Handschriften  überlieferten,  was
zur  Richtigstellung  der  Bemerkung  Ritsehrs  in  den  ,Neuen  Plaut.  Exc.‘
S.  71,  Anm.  **)  dienen  kann.
            
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