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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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Sch  en  kl.

Ziele.  Das  noch  übrige  Liedchen  des  Phaniscus  ist  allerdings
von  Interpolation  freigeblieben,  hat  aber  durch  jede  Art  von
äusserer  Verderbniss  so  gelitten,  dass  mehr  als  eine  Restitution
möglich,  keine  aber  gewiss  ist.
Weiter  dürfen  wir  nicht  gehen.  Die  Durchforschung  von
vier  Canticis  —  mögen  auch  die  dabei  gewonnenen  Resultate
vollkommen  gesichert  sein  —  bildet  keine  ausreichende  Grundlage ­
  zur  Aufstellung  weittragender  Schlüsse.  So  verlockend
es  auch  wäre,  an  der  Hand  der  einmal  ermittelten  Thatsache
die  Vortragsweise  der  lyrischen  Partien  bei  Plautus  im  Allgemeinen ­
  und  insbesondere  der  dialogischen  Stücke  1  zu  erforschen ­
  und  die  Bedeutung  der  uns  erhaltenen  Semeiosis  einer
erneuten  Kritik  zu  unterwerfen,  so  kann  doch  zu  einer  solchen
Untersuchung  erst  nach  nochmaliger  Durcharbeitung  sämmtlicher
  lyrischer  Partien  —  nicht  nur  bei  Plautus,  sondern  auch
bei  Terenz  —  geschritten  werden.  Dass  aber  eine  in  diesem
Sinne  angestellte  Durchforschung  des  uns  vorliegenden  Stoffes
auf  viele  Punkte  in  der  Geschichte  der  römischen  Komödie
ein  völlig  neues  Licht  werfen  würde,  das  glaube  ich  nach  den
mir  vorliegenden  Ergebnissen  schon  jetzt  versichern  zu  dürfen.
VIIII.
Von  dem  Prologe  des  Pseudulus  sind  bekanntlich  nur  die
zwei  Verse  erhalten:
Expörgi  mcliust  lürubos  atque  exsürgier,
Plautma  longa  fäbula  in  scaenäm  uenit.
Ueber  die  handschriftliche  Grundlage  und  die  grammatische ­
  Erklärung  des  ersten  Verses  hat  zuletzt  G.  Löwe  in  den
,Analecta  Plautina'  S.  149  f.  gehandelt,  wo  der  transitive  Gebrauch ­
  von  (ex)surgere  durch  glossographisches  Material  erwiesen ­
  wird.  Was  den  Zusammenhang  betrifft,  in  dem  das
Fragment  mit  dem  verlorenen  Theile  des  Prologes  gestanden
hat,  ist  man,  so  viel  ich  weiss,  über  die  Ergänzung  des  Acidalius
  nicht  hinausgekommen,  der  folgende  Gedankenverbindung

1  Zu  denken  gibt  auch  der  Umstand,  dass  nicht  wenige  plautinische  Stücke
gar  keine  dialogischen  Cantica  mehr  enthalten.
            
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