Plautinische Studien.
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hätte Plautus, wenn zu seiner Zeit die lyrischen dialogischen
Partien ohne Musik und Tanz vorgetragen worden wären, noch
Zeit und Mühe aufgewendet, diese Stücke für die blosse Declamation
so künstlich zu gestalten?
Eben dafür spricht audh noch ein anderer Umstand. Die
Abschnitte nämlich, in welche die grösseren Cantica zerfallen,
gliedern sich durchweg nach den jeweilig agirenden Personen.
So enthalten in dem an dritter Stelle (im VI. Abschnitte) besprochenen
Canticum die Verse 313—329 einen Monolog des
Callidamates; mit dem wechselnden Versmasse beginnt ein
Dialog zwischen ihm und Delphium; das Hinzutreten des Philolaches
veranlasst wieder ein neues Metrum; der letzte Vers
endlich bildet die Begleitung zum Schlusstableau, in dem man
sich die Zechgenossen und ihr Gefolge in anmuthiger Weise
gruppirt denken muss. Warum Philematium eine so kleine
Rolle hat und warum ihre Worte gerade an einem Orte placirtsind,
wo das Fortschreiten der Composition durch einen Ruhepunkt
unterbrochen wird, ist nun ziemlich klar: sie tanzt eben
nicht und kommt auch in keinem anderen Canticum vor.
Dieses Resultat gilt natürlich einstweilen blos für die
eine Mostellaria; für jedes der anderen Stücke wird es aus
den lyrischen Partien besonders bewiesen werden müssen.
Doch darf man sich keine allzugrossen Hoffnungen in dieser
Hinsicht machen; bei einer grossen Anzahl von Stücken wird
sich — in Folge der durchgreifenden Umarbeitung, die die
Cantica erfahren haben — ein solches Ziel gar nicht mehr
erreichen lassen. Wie pietätlos man bei dieser Ueberarbeitung
zu Werke gieng, dafür bietet gleich das erste Canticum der
Mostellaria (der Monolog des Philolaches) ein einleuchtendes
Beispiel. Der Interpolator hat hier nicht nur an vielen Stellen
sein eigenes Machwerk in den Test gesetzt, sondern auch hier
und dort, wo es ihm gerade passte, unbarmherzig gestrichen.
So vermisst man z. B. zwischen v. 132 und 133 die Hinüberleitung
vom Allgemeinen zur speciellen Anwendung, die der
breiten Anlage des ganzen Stückes nach — sie bleibt es auch
nach Entfernung aller Glosseme — sicherlich nicht gefehlt hat.
Dies der Grund, weshalb ich dieses Canticum nicht in den
Kreis meiner Betrachtung ziehen konnte; denn die Spuren von
Responsion, die sich auch hier finden, führen zu keinem sicheren