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Sehen kl.
Auffallend bleibt in unserem Canticum der häufige Wechsel
von anapästischem und iambischem Rhythmus, so dass diese
beiden Metra fast gleichgestellt erscheinen. Aber wer genauer
zusieht, der wird bald finden, dass der Dichter das anapästische
Metrum stets mit bewusster Absicht anwendet, so z. B. in der
ernsten Ermahnung des Phaniscus v. 895. ■— Auf die spärlichen
und unbestimmten Aeusserungen, die Geppert über den
Inhalt des von ihm entdeckten Blätterpaares des Mailänder
Palimpsestes (dessen erste Seite v. 893—906 enthält) macht,
hielt ich es für nicht gerathen näher einzugehen. Doch geht
aus ihnen zur Genüge hervor, dass der Ambrosianus von den
Ritschl’schen Supplementen nichts weiss.
VIII.
Es ist nunmehr an der Zeit, die Resultate, die sich uns
aus der Durcharbeitung der vier dialogischen Cantica aus der
Mostellaria ergeben haben, zusammenzufassen. Dabei hat sich
einerseits herausgestellt, dass die grösseren lyrischen Partien
in mehrere, dem Inhalte wie der Form nach streng von einander
geschiedene Abtheilungen zerfallen; andererseits, dass diese
einzelnen Theile, sowie die kleineren Cantica eine äusserst
kunstreiche, ja künstliche und complicirte Composition zeigen,
die in den verschiedenen Stücken eine sehr verschiedene ist.
Bald stehen blos mehrere Strophen nebeneinander, bald treten
Einleitungs-, Mittel- und Schlusssätze hinzu, die ihrerseits
wieder bald parallel laufen, bald zu einander im Verhältnisse
der Umkehr oder Erweiterung stehen. Alles dies erklärt sich
nur unter der Voraussetzung, dass diese vier Cantica, beziehungsweise
ihre Theile, kunstmässig gesetzte Compositionen
sind, jedes für sich ein abgeschlossenes Ganze bildend, nicht
aus recitativisch fortgesponnenen und blos äusserlich an einander
gereihten Sätzen bestehend, sondern formgerecht durchgearbeitet.
Die künstliche Compositionsweise aber, z. B. die Umkehr
der einzelnen Sätze, die auch ihren Grund haben muss
und ihn in den Testesworten nicht haben kann, weist uns
nothwendiger Weise darauf hin, dass diese Cantica nicht blos
gesungen, sondern auch getanzt worden sind. Denn wozu