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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

656

S  c  h  o  n  k  1.

899
899“
900
900“
901
902

Heus  ecquis  hic  est,  mixumam
Qui  föribus  liisfee]  iniiiriam
Defendat?  ecquis!  ecquis  huc
Exit  atque  aperit  [östiumj?

902“

903

Nemo  liinc  quidem  foras  exit.
Ut  esse  äddecet  ita  nequam  hömines  sunt.
Sed  eö  magis  cautod  est  opus,  ne  huc
Exeät  qui  male  me  mülcet.

Darauf,  dass  in  B  das  ne  im  vorletzten  Verse  mit  grossem
Anfangsbuchstaben  geschrieben  ist,  wird  wohl  nicht  viel  zu
geben  sein.  Sonst  könnte  man  auch  messen:

Sed  eö  magis  cauto  est  opus,
Ne  huc  exeat,  qui  male  me  mulcet.

Dieselbe  Abwechslung  von  iambischen  und  anapästischen
Versen  müssen  wir  auch  für  den  ersten  Theil  des  Canticums
gelten  lassen,  wenn  wir  anders  die  Lesart  der  Handschriften
so  treulich  als  möglich  befolgen  wollen.  ,Gegen  Ritschl’s  allzukühne ­
  Behandlung  der  Metra  dieser  Scene,  welche  er  bis
897  incl.  sämmtlich  als  iambische  Septenare  gestalten  wollte,  ist
mehrfach  der  wohlbegründetste  Einspruch  erhoben  worden',
schreibt  Lorenz  in  dem  kritischen  Anhänge  seiner  Ausgabe
(S.  258)  und  man  wird  ihm  Recht  geben;  wenn  er  aber  fortfährt: ­
  ,doch  ist  es  dem  seltenen  Fleisse  Studemund’s  gelungen,
eine  weit  einfachere  Restitution  der  Verse  885—896  zu  liefern,
die  ich  unbedenklich  und  noch  dazu  sehr  dankbar  in  die  vorliegende ­
  Ausgabe  aufgenommen  habe',  so  kann  ich  ihm  nur
theil  weise  beipflichten.  So  sehr  ich  anerkenne,  wie  viel  wir
den  Bemühungen  Studemund’s  für  eine  richtigere  Auffassung'
der  plautinischen  Cantica  im  Allgemeinen  und  auch  für  unser
Stück  im  Besonderen  verdanken,  so  glaube  ich  doch  an  einigen
Stellen  unseres  Canticums  mit  ähnlichen  Mitteln  bessere  Resultate ­
  als  Studemund  erzielt  zu  haben.  So  gleich  in  den  Versen
892  und  893.  Hier  hat  Studemund,  trotzdem  er  mit  der  überlieferten ­
  Versabtheilung  ziemlich  willkürlich  verfuhr  und  das
in  B  überlieferte  nos  einfach  strich,  doch  nur  vier  Verse  herausgebracht, ­
  die  einander  sehr  ungleich  sind;  ich  habe  es  vorgezogen, ­
  das  angezweifelte  Wort  in  nobis  zu  ändern,  wodurch
wir  —  unter  gleichzeitiger  Einführung  zweier  Archaismen
für  die  drei  Verse  892—894,  die  ja  dem  Inbalte  nach  enge
mit  einander  verbunden  sind,  eine  gleichartige  Form  und  für
            
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