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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Plautiuische  Studien.

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ziemlich  deutliche  Spuren  von  iambischem  Rhythmus  zeigen,  so
lässt  sich  vielleicht  mit  möglichster  Schonung  der  Ueberlieferung
so  schreiben:
Age  tu  interim  [iam]  ab  Delphio  cito  cäntharum  cireümdato.

Zum  Schlüsse  wollen  wir  die  Aenderungen,  die  sich  zur
Zurückführung  dieses  —  verhältnissmässig  sehr  umfangreichen
—  Canticums  auf  seine  ursprüngliche  Form  als  nothwendig
erwiesen  haben,  zusammenstellen.  Zweimal  (v.  320  und  v.  342)
haben  wir  die  überlieferte  Versabtheilung  verlassen;  dagegen
mussten  die  bisherigen  Bearbeitungen  zu  einer  dritten,  viel
weitgreifenderen,  und  vierten  Abänderung  greifen  (v.  332  bis
336  und  v.  346),  ganz  abgesehen  von  den  von  Lorenz  und
Seyffert  in  den  Versen  318  ff.  angewendeten  Abtheilungen.
Aenderungen  der  überlieferten  Worte  habe  ich  nur  dort  vorgenommen, ­
  wo  es  der  Sinn  verlangte,  nnd  wo  auch  die  meisten
anderen  Herausgeber,  jedoch  viel  gewaltsamer  geändert  hatten.
Sehen  wir  von  unbestreitbaren  Correcturen'  (wie  taesumst  für
tesunt  oder  mn  —  ma  —  madere  für  mammam  adire)  ab,  so  bleiben
sieben  Stellen  übrig,  an  denen  die  ursprüngliche  Lesart  durch
Vemuthung  hergestellt  werden  musste.

Cod.  B
v.  321  uite  debebas
v.  322  amplectere
v.  324  Duce
v.  327  coimus
v.  330  ambos
v.  335  domummeo
v.  347  vgl.  S.  60

Verbesserte  Lesart
uitam  degebas  ßpengel;  Ritschl  nimmt
eine  Lücke  an.
amplectare?  ::  Amplectere  ich;  Amplectare?
  Pylades.
Duc  Hermann.
quod  imus  ich;  nos  coimus  Hermann.
ambo  Hermann.
domum.  :  :  Immo  huc  ich,  Ritschl’s  Vorschlag ­
  siehe  S.  56

Wenn  ich  v.  328  das  überlieferte  f&*  in  set  etiam  aufgelöst ­
  habe,  so  wird  man  darin  schwerlich  eine  Abweichung
von  der  handschriftlichen  Lesart  sehen  können.  Also  acht
Aenderungen  und  zwei  Versabtheilungen  in  einem  Canticum
von  fünfunddreissig  Versen:  bei  dem  Zustande  der  plautinischen
Textesüberlieferung  gewiss  ein  günstiges  Verhältniss!
Sitzungsber.  d.  phiL-hist.  CI.  XCV1II.  Bd.  III.  Hft.  42
            
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