Plautinische Studien.
651
und so antwortet er — was man wünscht, das glaubt man gerne
— auf die Frage seiner Begleiterin: ,Weisst du denn auch,
wohin wir gehen? 1 ganz arglos: ,Gewiss, nach Hause doch
wohl? 1 Von seiner Dame eines Besseren belehrt, gibt er dies
sofort bereitwilligst zu, theils um sich seine Niederlage gegenüber
dem listigen Weingotte, dem ,luctator dolosus 1 , ja nicht
anmerken zu lassen — wie köstlich weiss doch Plautus zu
schildern! — theils aus angeborener Gutmüthigkeit. Dass aber
unsere Messung gleichfalls richtig ist, bezeugen die nachfolgenden
Verse; hält man sie mit den eben besprochenen zusammen,
so springt das Schema, nachdem der dritte Theil des Canticums
componirt ist, sofort in die Augen. Es sind diesmal zwei
Strophen getrennt durch einen einzelnen Vers; bedeutsam ist
es, dass die wenigen Worte, welche Philematium im ganzen
Canticum spricht, gerade in diesen Vers fallen.
v. 333—335 f 3 dim. cret. + dip. troch. acat.
336, 337 I 2 dim. cret. + trip, troch. cat.
338 1 trim. cret.
339—341 i 3 dim. cret. + dip. troch. acat.
342, 343 I 2 dim. cret. + trip, troch. cat.
v. 333-337 = 339—343
In der von uns oben als Schlusssatz bezeichneten
Partie v. 344—347 gehören die ersten drei Verse mit bakcheischem
Rhythmus ihrem Inhalte nach noch zum vorhergehenden
Theile; da nun die zweite Abtheilung mit vorwiegend
kretischem Masse durch drei bakcheische Verse geschlossen ist,
wird man denselben Schluss auch hier gelten lassen. Nur zeigt
er eine jenem ganz entgegengesetzte Form; während dort ein
bakcheischer Tetrameter von zwei Trimetern gefolgt wird, geht
hier ein Trimeter voran:
344 CAL. Da illi quod bibAt; dormiam ego iam,
darauf folgt ein eigenthümlicher Vers, bestehend aus einem
bakcheischen Tetrameter und einer iambischen Dipodie:
DEL. Num minim aut nouöm quippiäm facit,
und zum Schlüsse kommt erst der Tetrameter:
PHIL. Quid ego hoc faciam postea, meA. DEL. Sic sine eurnpse.