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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

648

Sehen  kl.

324  So  Hermann;  Duce  die  Handschriften  325  accübas  B  vor  der
Rasur,  accubas  die  übrigen  327  illi c  ubi  B,  illic  ubi  FZ,  illi  ubi  CB
—  es  die  Handschriften  —  coimus  die  Handschriften,  Studemund }  nos
coimus  Hermann,  Ritschl  328  DEL.  Sino  hoc  Bb  (f&  Ba),  finof
&  hoc  CD  (fini,  i 2  in  Rasur  D),  DEL.  Sino.  CAL.  Set  ne  sine  hoc
Ritschl  —  mi  Ritschl  —  manus  est  die  Handschriften.
Meine  eigenen  Conjecturen  werden  wohl  keiner  Rechtfertigung ­
  bedürfen,  ausgenommen  das  quod  imus  im  vierten
Verse,  das  ich  als  Nothbehelf  für  das  unzweifelhaft  verderbte
coimus  eingesetzt  habe.  Dass  coire  hier  nicht  im  Sinne  des
geschlechtlichen  Verkehres  aufgefasst  werden  könne,  ist  klar;
die  einzig  mögliche  Uebertragung  wäre  etwa  folgende:  ,Gib
Acht,  dass  du  dich  nicht  schon  früher  niederlegst,  bevor  wir
dort,  wo  das  Sopha  bereitet  ist,  Zusammentreffen'.  Aber  —  abgesehen ­
  davon,  dass  der  Ausdruck  als  ein  sehr  wenig  gewählter
erscheint  -—  ist  auch  die  syntaktische  Construction  eine  unerträglich ­
  weitschweifige;  denn  coimus  ist  überflüssig  und  ungenau ­
  zugleich  ;  man  erwartet  wenigstens  ,bevor  wir  zusammengetroffen
  sind'.  Auch  in  Hinsicht  der  Bedeutung  lassen  sich
Bedenken  erheben;  denn  in  dem  einzigen  Beispiel  aus  vorklassischer ­
  Zeit,  wo  coire  in  der  Bedeutung  Zusammentreffen“
sich  findet,  Ter.  Phorm.  II,  2,  31,  bezeichnet  es  ein  feindliches
Zusammentreffen.  Ausser  an  unserer  Stelle  findet  sich  das
Wort  bei  Plautus  nirgends  (vgl.  Ritschl  ,Opuscula“  II,  S.  407)
und  bei  den  übrigen  Vertretern  der  vorklassischen  Zeit  äusserst
selten;  in  der  Bedeutung  des  geschlechtlichen  Verkehres  nicht
vor  Lucretius.
Das  aber  kann  nicht  geleugnet  werden,  dass  wir  zwei
Strophen  haben,  bestehend  aus  je  einem  iambischen  Octonare,
der  von  zwei  katalektischen  kretischen  Tetrametern  eingeschlossen ­
  ist.  Eine  Fortsetzung  im  folgenden  hat  diese  Strophe
nicht,  da  mit  v.  330  unverkennbar  bakcheischer  Rhythmus
anhebt;  dagegen  fordert  der  Umstand,  dass  der  vorhergehende
Vers  323  wieder  ein  katalektischer  Tetrameter  ist,  zur  Nachforschung ­
  auf,  ob  nicht  aus  den  vorhergehenden  Versen  dieselbe
Strophe  sich  gewinnen  lässt.  In  der  That,  scheidet  man  aus
den  beiden  in  B  überlieferten  Verszeilen
Hecquid  tibi  uideor  mammam  adire?  DEL.  Semper  istoc  modo
[moratus  uite  debebas
CAL.  Visne  ego  te  ac  tu  me  amplectere.
            
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