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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

Plantinische  Stadion.

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dass  die  seltsame  Hast  des  Tranio  (morare  hercle  e.  q.  s.)  doch
motivirt  werden  müsse,  ist  nicht  zutreffend;  denn  nachdem  der
Sclave  nicht  nur  mit  der  Namhaftmachung 1  des  Verkäufers
und  mit  dem  Anklopfen  so  auffallend  gezögert  (v.  659—680),
sondern  auch  beim  Aufenthalte  in  Simo’s  Hause  so  ungebührlich ­
  lange  verweilt  hat,  dass  sein  Herr  unwillig  wird  und  ihm
seinen  alten  Fehler,  die  Langsamkeit,  vorwirft  (v.  789),  hat
er  allen  Grund  seinen  argwöhnischen  Herrn  durch  möglichst
grossen  Diensteifer  (num  moror?  v.  794)  zu  versöhnen,  ja  er
geht  so  weit,  dass  er  sogar  seinem  Herrn  Vorwürfe  macht  und
ihn  ermahnt,  nicht  durch  langes  Reden  Zeit  zu  verlieren.  Was
die  Verse  betrifft,  die  —  nach  Ritschl’s  Berechnung  der  Raumverhältnisse ­
  im  Ambrosianus  —  zwischen  v.  791  und  826  in
den  palatinischen  Handschriften  ausgefallen  sind,  so  ist  es
gleich  gut  möglich,  dass  der  alte  Theopropides  nach  v.  801
,noch  eine  ziemliche  Ecke  ins  Feld  hinein  moralisirte',  wie
Lessing  sagt,  wozu  die  lückenhafte  Ueberlieferung  der  betreffenden ­
  Verse  in  B  CD  nicht  schlecht  stimmen  würde,  oder
dass  wir  in  den  folgenden  Septenaren  irgend  eine  lustige
Episode,  wie  die  mit  der  Krähe  und  den  zwei  Geiern,  eingebüsst
  haben;  für  die  Frage  des  Alten  nach  seinem  Sohne
und  die  darauf  folgende  Antwort  Tranio’s  lässt  sich  ein  besserer
Platz  ausfindig  machen.
Es  wird  wohl  Niemandem  entgehen  können,  der  die  Scene,
in  welcher  Tranio  seinen  Herrn  über  den  angeblichen  Hauskauf ­
  unterrichtet,  mit  unbefangenem  Urtheile  durchliest,  dass
Theopropides,  ohne  darüber  von  Tranio  belehrt  worden  zu  sein,
sofort  weiss,  dass  sein  Sohn  das  neue  Haus  noch  nicht  bezogen ­
  hat  und  demgemäss  dasselbe  zu  besichtigen  wünscht.  1
Wenn  er  in  der  ersten  Freude  über  die  erhaltene  Nachricht
an  nichts  denkt  als  an  das  glücklich  abgeschlossene  Geschäft,
so  ist  das  begreiflich;  aber  allmälich  muss  sich  ihm  die  Frage
aufdrängen:  ,Warum  gehen  wir  denn  nicht  in  unser  neues  Haus,
statt  hier  auf  der  Strasse  zu  stehen?'  Darauf  hin  sieht  sich
Palaestrio  gezwungen,  neue  Lügen  zu  erdichten:  ,Der  frühere
1  Für  das  römische  Publicum  müsste  dies  um  so  unverständlicher  gewesen
sein,  als  nach  römischem  Rechte  mit  der  Zahlung  des  Aufgeldes  der  Kauf
abgeschlossen  ist  und  der  Käufer  sofort  in  den  Besitz  eintritt.
            
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