Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

600

Kremer.

Nacht  überrascht,  wie  er  dann  des  Morgens  von  einem  Jäger
mit  seiner  Meute  erspäht  wird,  sich  gegen  die  Hunde  mit
den  Hörnern  wehrt  und  sich  rettet,  S.  112,  116.  Weiter  wird
das  Kameel  mit  einem  Wildesel  verglichen  und  dessen  Treiben
in  der  Wüste  ausführlich  und  nach  Naturbeobachtung  ausgemalt, ­
  S.  116,  123.  '  *
Mit  V.  2,  S.  123  beginnt  offenbar,  ungeachtet  des  gleichen
Reimes  und  Silbenmaasses,  ein  neues  Gedicht.  Zwar  fehlt  der
Doppelreim  im  ersten  Verspaar,  aber  trotzdem  wird  man  es
als  selbstständiges,  nicht  zu  dem  Vorhergehenden  gehöriges
Fragment  betrachten  müssen.  Das  Stück  scheint  jedenfalls
schon  in  alter  Zeit  als  unbestritten  echt  gegolten  zu  haben,
denn  einzelne  Verse  werden  daraus  unter  dem  Namen  des
Labyd  citirt.  Es  enthält  eine  Naturschilderung  im  echten  Style
der  ältesten  arabischen  Naturpoesie.  Ich  lasse  hier  die  Uebersetzung
  folgen:
V.  2,  S.  123:  O  Gefährte,  siehst  du  den  Blitz,  der  da
aufflammt  in  nächtlicher  Stunde,  wie  die  Lampe  mit  glimmendem ­
  Dochte?  —  Ich  beobachtete  ihn  und  er  zuckte  nach  dem
Hochlande  (Nagd)  hin,  meine  Genossen  aber  (harrten  meiner)
auf  den  Gabeln  der  Kameelsättel.  —  Es  glänzt  sein  Widerschein ­
  im  Gewölke,  so  dass  man  Abessinier  zu  schauen  vermeint ­
  mit  Lanzen  und  Wurfspiessen  (bewaffnet).  —  Wie  gezogene ­
  Schwerter  (blinkt  es)  auf  den  Wolkenfirsten,  oder  wie
Klageweiber  scheint  es,  die  Thränentüchlein  schwingen.  -  Da
zuckte  er  nieder  (der  Blitz)  in  eine  Wolke,  als  triebe  er  eine
Heerde  von  scheckigen,  weissbäuchigen  Antilopen,  die  ihre
Füllen  vertheidigen.  —  Bis  sie  endlich  stille  stand  an  den
Felswänden  des  Berges  Dahr  und  da  strömten  die  Niederungen
in  der  Sandebene.  —  Und  (das  Gewitter)  trieb  das  Wild  von
Sähah  von  seinen  Felsgipfeln  herab,  als  wären  seine  Gemsen
dunkelfarbige  Kameele  (die  nur  in  der  Ebene  sich  aufhalten).
—  Ueber  ’A'rad  lagerte  sich  die  rechte  Flanke  (des  Gewölkes)
und  die  linke  über  die  Thäler  von  ’Otäl.  —  Und  hinterher
sandte  noch  die  Wolke  von  Milhain  einen  Strichregen  von
raschem  Gusse,  wie  aus  durchlöcherten  Eimern.  —  Und  der
Gussbach  setzte  die  Nacht  hindurch  fort,  die  beiden  Ufer  zu
überschwellen  vom  Berge  Bakkär  her  wie  ein  Kameel  mit
beiderseits  hochaufgedunsenem  Höcker.  —  Da  sprach  ich,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.