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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 98. Band, (Jahrgang 1881)

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K  r  e  m  e  r.

nicht,  dass  ich  mich  schmähen  lasse,  denn  ich  widerstehe  und
hasse  alles  Unehrenhafte.'  -—  Dann  geht  er  auf  Beispiele
aus  der  Vorzeit  über,  V.  4,  S.  82:  ,Siehst  du  denn  nicht,  dass
die  Geschicke  vernichteten  Iram  und  Himjar  mit  Drangsal
heimsuchten.  S.  83.  Fände  einer,  der  lebt,  das  ewige  Leben,
so  hätte  Abu  Jaksum  es  gefunden.'
Dieser  Abu  Jaksum  ist  der  abessinische  Statthalter  Abrahah,
  der  die  Himjaren  besiegte  und  sich  Südarabien  unterwarf. ­
  Sein  Sohn  Jaksum  folgte  ihm  in  der  Statthalterschaft
(570—572  Ch.). 1
Dieser  geschichtliche  Rückblick  wird  nun  weiter  verfolgt,
indem  der  alten  himjarischen  Könige,  der  zwei  Hari{  (akbar
und  asghar),  der  zwei  Tobba',  sowie  des  Ritters  des  Rosses
Jahmum  gedacht  wird.  Hierunter  ist  No'man  Abu  Käbus,  der
Fürst  von  Hyra,  gemeint. 2  Dann  kommt  der  Dichter  auf  Sa'b,
den  Doppelgehörnten,  den  südarabischen  Träger  der  Alexandersage, ­
  zu  sprechen,  dessen  Grabstätte  bei  Hinw  gezeigt  wird.
Zum  Schlüsse  führt  er  als  Beispiel  der  Vergänglichkeit  aller
irdischen  Macht  König  David  an,  der  nach  der  Sage  die  Eisenpanzer ­
  erfand,  aber  trotzdem  dem  Tode  nicht  entrann.  V.  5,
S.  83;  V.  1,  S.  84.
Solche  geschichtliche  Anspielungen  in  einem  Gedichte,
das  in  Sprache  und  Denkart  ganz  denselben  Stempel  wie  die
anderen  Dichtungen  des  Labyd  trägt,  sind  deshalb  beachtenswerth,
  weil  sie  uns  zeigen,  dass  die  südarabische  Sagengeschichte,
wie  wir  sie  aus  späteren  Schriften  kennen  lernen,  schon  damals ­
  in  Nordarabien  verbreitet  war.
Nun  geht  der  Dichter  zu  einer  anderen  Gedankenreihe
über.  Er  mahnt  die  tadelnde  Freundin  nochmals  abzustehen
und  beginnt  mit  dem  bei  diesen  Naturkindern  so  beliebten
Selbstlobe.  S.  84,  V.  4.  Wie  manche  schwere  Sorge  habe  ich
glücklich  überstanden,  ohne  mich  zu  beschmutzen,  und  flecklos
blieb  meine  Haut  (der  Ausdruck  ist  echt  arabisch),  sei  es  am
Tage  des  Kampfes,  sei  es  am  Morgen  der  Abwehr  und  des
Widerstandes.  Und  manchen  Nothschreier  am  Tage  des  Kriegs-1

  Vgl.  Caussin  de  Perceval:  Essai  sur  l’histoire  des  Arabes  etc.  I,  p.  142.
145;  Geschichte  der  Perser  und  Araber  nach  Tabary  von  Nöldeke,  S.  219.
2  Caussin  II,  154.
            
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