TJeber die Gedichte des Labyd.
587
IV.
Nach den vorhergehenden kritischen Untersuchungen über
Labyds Gedichte im Allgemeinen, ihre Echtheit und die Art
ihrer Ueberlieferung bleibt es noch unsere Aufgabe, die Gedichte
im Einzelnen zu prüfen und namentlich den Text sicherzustellen.
Es ist zu diesem Zwecke die Originalhandschrift
mit der gedruckten Ausgabe sorgfältig verglichen worden.
Der Herausgeber als Orientale besass nicht die nöthige Erfahrung
der mit der Herausgabe eines arabischen Textes in
Europa verbundenen Schwierigkeiten. Er schenkte dem Setzer
zu viel Vertrauen, sah die Correcturproben nur oberflächlich
durch und so blieben viele Druckfehler im Texte stehen. Besonders
sind falsche Trennungen der Wörter sehr häufig. Ich
beschränke mich im Nachfolgenden auf die Berichtigung des
Nothwendigsten. 1
I. S. 1—4. Das Gedicht hat einen Sieg des Stammes
Ka'b über die beiden Stämme Morrän und Harym zum Gegenstände.
Es beginnt mit der Erwähnung des verlassenen Lagerplatzes,
V. 1—3, schildert daun den Ritt durch die Wüste auf
einer ausdauernden Kameelstute, S. 2, V. 1, führt den Vergleich
derselben mit einem Wildesel durch und beschreibt das
Treiben des Wildeselpaares in der Wüste, S. 2 und 3, erwähnt
dann die den beiden Stämmen Morrän und Harym im
Kampfe von Nochail bereitete Niederlage und endet mit dem
Kobe des Stammes Ka'b. S. 1, Z. 6 ist Ergänzung des
Herausgebers, indem an dieser Stelle die Handschrift durch
Wurmstiche beschädigt ist. S. 2, Z. 17 1. ; S. 3, Z. 5
1. pJ.*j statt y-lüj; S. 4, Z. 11 1. ebenso Z. 12, 13,
Z. 16 und 17 ^ct au-lc iäiLsfLo. Diese Worte sind
Ergänzung des Herausgebers, indem die Handschrift hier beschädigt
ist.
II. S. 5. Zum Lobe seiner Stammesgenossen. Das Gedicht
beginnt mit der Erwähnung der eigenen kühnen und
1 Zum Texte der Gediehte habe ich alle Lesarten der Originalhandschrift
aufgenommen. Wo dieselbe fehlerhafte oder zweifelhafte Lesarten bietet,
die der Herausgeber stillschweigend verbessert hat, setzte ich MS. vor.