Ueber die Gedichte des Labyd.
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Ois-b sei der Wein selber, und noch ein anderer Erklärer
meint, es sei der erste aus dem Schlauch gelassene Wein.
Das Wort war also den alten Philologen unverständlich;
trotzdem hüteten sie sich wohl, es auszubessern. Es ist einfach
das syrische nogüdo und bedeutet: Kelch, Becher,
Pokal. Es war in der alten dichterischen Sprache üblich und
kommt auch vor bei Zohair IX, 7, 'Al kam ah XIII, 41, im
Commentar des Asrna'y zu Zohair und im 'Ikd alfaryd III,
405, und in einem Verse des Abu Do’aib, der im Wörterbuche
Tag-al'arus angeführt wird (s. v. y^).
Ein anderes seltenes und alterthümliches Wort ist das
S. 16, V. 3 vorkommende (so ist nach der Handschrift
die richtige Lesart, nicht o.K, wie in der Ausgabe steht).
Dieses Wort erklärt der Commentator richtig mit: fatum,
destinum. Es hängt vielleicht mit der hebräischen Wurzel ms,
syrisch |o^ zusammen und gibt uns in diesem Falle die Erklärung
eines auf den sinai'tischen Inschriften sowohl als auf
den Inschriften von Safä vorkommenden Namens, den wir
schon früher angeführt haben: das nbtoyi (S. 479 der von
Levy in der Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft
Band XIV herausgegebenen sinai'tischen Inschriften),
ebenso wie das bxyx der Safä-Inschriften (Vogue, Nr. 202,
Journal asiatique 1881, Janvier, S. 64) bedeuten demnach:
decretum Dei oder Deus decrevit. 1
Solche alterthümliche Ueberreste können nur den Werth
des Textes erhöhen und unser Vertrauen in die demselben zu
Grunde liegende Ueberlieferung befestigen.
S. 144, V. 8 kommt der Ausdruck vor,
den schon die alten Philologen nicht verstanden. 'Askary in
seinem schon früher angeführten Buche über die Textkritik
der alten Gedichte macht hiezu folgende Bemerkung: ,Die
Lesart ist nach der Ansicht des Abu Mohallim
unrichtig, indem weder die Städter noch die Beduinen diese
Lesart haben, denn die Städter lesen und sie
1 Levy, Zeitschrift der Deutschen Morgenländisehen Gesellschaft, XIV,
S. 480 versucht eine andere Erklärung.