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K r e m e r.
m.
Wenn die vorhergehenden Bemerkungen die Echtheit der
dem Labyd zugeschriebenen Gedichte in hohem Grade wahrscheinlich
machen, so folgt doch nicht daraus, dass dieselben
auch fehlerfrei und durchaus authentisch überliefert worden seien.
Zwar ist der Name des Herausgebers, Tusy, eine Bürgschaft,
deren Werth nicht unterschätzt werden darf, aber die Art und
Weise, in welcher die Gedichte überliefert zu werden pflegten,
machte Ungenauigkeiten und Textverderbnisse unvermeidlich. 1
In der ältesten Zeit erfolgte die Ueberlieferung volksthümlicher
Gedichte wohl durchaus auf mündlichem Wege und
selbst später, als die schriftliche Aufzeichnung schon allgemeiner
geworden war, behauptete sich neben dieser die alte Sitte.
Die Gelehrten, welche die alten Gedichte sammelten und
prüften, Hessen Leute von dem Stamme kommen, dem der
Dichter angehörte und machten nach ihrem mündlichen Vortrage
ihre Aufzeichnungen. So erzählt uns 'Askary, 2 ein
hervorragender Textkritiker, dass einst Biläl Ibn Aby Bordah
in Gegenwart des Dichters Du-lrommah folgende Verse des
F.Iätim Tajjy vortrug:
l+iL-o, Lu/j.D (jLaji.II sl—i_xi xAJI
1+^.axi f-gJ! »AL xaXs xjlaL (JjJo ^1, Lo Akj
Sofort machte Du-lrommah die Bemerkung, das Wort
das die Tränkung der Kameele von fünf zu fünf Tagen
bedeutet, sei falsch, indem die bessere Lesart (ja+ill sei, was
so viel bedeute als die Schmächtigkeit des Unterleibes in
Folge des Hungerleidens. Aber Biläl entgegnete hierauf: So
1 Dass Tusy strenge Auswahl traf und Alles was zweifelhaft schien, ausschied,
ergibt sich daraus, dass wir aus verschiedenen, dem Labyd zugeschriebenen
Gedichten Verse citirt finden, die in Tusy’s Sammlung
fehlen. Es wäre eine verdienstliche Arbeit, diese zahlreichen Labyd-Fragmente
zusammenzustellen.
2 In dem Werke: v_äjj.2S\JI, aoG Lo
Ahmad alhasan Ibn Abdallah Ibn Sa'yd araskary fol. 18 meiner Handschrift.
'Askary starb nach Angabe Abulfeda’s
einer anderen Quelle aber ira Jahre 382 H.
im Jahre 387 H., nach